Allergic Rhinitis
Verwendete Quellen
Dieser Artikel ist ein originaler Inhalt zur Patientenaufklärung.
- WHO—Health topics A–Z(2024)
- NHS—Health A to Z(2024)
- CDC—Health topics(2024)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Allergische Rhinitis ist eine Entzündung der Nasenschleimhaut, die durch Allergene ausgelöst wird. Das können Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare oder Schimmelpilze sein. Die Nase läuft, juckt oder ist verstopft, oft begleitet von Niesen. Man nennt es auch Heuschnupfen, wenn es durch Pollen in der Luft saisonal auftritt.
Wichtige Fakten
- Allergische Rhinitis betrifft etwa 15–20 % der Erwachsenen und bis zu 30 % der Kinder in Deutschland.
- Sie ist keine ansteckende Krankheit, sondern eine Überreaktion des Immunsystems auf harmlose Substanzen.
- Eine frühzeitige Behandlung kann helfen, Folgen wie Asthma oder Nasennebenhöhlenentzündungen zu vermeiden.
Ja, allergische Rhinitis ist sehr häufig. In Deutschland leiden viele Menschen daran, vor allem im Frühling und Sommer durch Pollenflug.
Allergische Rhinitis kann in jedem Alter auftreten, beginnt aber oft in der Kindheit oder im jungen Erwachsenenalter. Menschen mit einer familiären Vorbelastung für Allergien haben ein höheres Risiko.
Symptome
- Plötzliche Atemnot, Keuchen oder Engegefühl in der Brust – das kann auf einen allergischen Schock (Anaphylaxie) hinweisen. Rufen Sie sofort 112.
- ⚠Schwere Schwellungen im Gesicht oder Rachen
- ⚠Sehr starke Nesselsucht (Urtikaria) am ganzen Körper
- ⚠Kreislaufprobleme wie Benommenheit oder Ohnmachtsgefühl nach Allergenkontakt
Häufige Symptome
- Niesen, oft mehrmals hintereinander
- Laufende oder verstopfte Nase
- Juckreiz in der Nase, am Gaumen oder in den Augen
- Rote, tränende Augen
- Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten durch Schlafstörungen
Symptome bei Kindern
- Kinder reiben oft die Nase nach oben (‚allergische Gruß‘)
- Sie sind häufiger unruhig oder haben Einschlafprobleme wegen verstopfter Nase
- Manchmal treten auch Ohrschmerzen oder Husten auf, die an eine Erkältung erinnern
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen kann die Nasenschleimhaut trockener sein, daher sind die Symptome manchmal weniger typisch
- Eine verstopfte Nase kann den Schlaf stören und das Risiko für Schnarchen oder Schlafapnoe erhöhen
- Häufig kommen andere Erkrankungen oder Medikamente hinzu, die die Symptome beeinflussen
Ursachen
Hauptursachen
- Pollen von Gräsern, Bäumen (z.B. Birke, Erle) und Kräutern
- Hausstaubmilbenkot
- Tierhaare und Hautschuppen von Katzen, Hunden oder anderen Tieren
- Schimmelpilzsporen in Innenräumen oder im Freien
- Bestimmte Berufsallergene wie Mehlstaub oder Latex
Risikofaktoren
- Familiäre Vorbelastung: Wenn Eltern Allergien haben, ist das Risiko erhöht
- Ein schwaches Immunsystem in der Kindheit
- Rauchen in der Schwangerschaft oder in der Umgebung des Kindes
- Luftverschmutzung und Feinstaub können die Beschwerden verstärken
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Symptome so stark sind, dass Sie nachts nicht schlafen können
- Wenn Sie zusätzlich Atembeschwerden oder ein Engegefühl in der Brust haben
- Wenn Hausmittel und rezeptfreie Maßnahmen nach einigen Tagen keine Besserung bringen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Sollten Sie jedes Jahr zur gleichen Zeit oder ständig unter laufender Nase, Niesen und juckenden Augen leiden, suchen Sie einen Arzt oder eine Ärztin auf – am besten eine*n Allergolog*in.
- Vereinbaren Sie einen Termin, auch wenn die Beschwerden nur mild sind, um die Ursache abzuklären.
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin wird zuerst ein ausführliches Gespräch mit Ihnen führen, um Ihre Beschwerden und mögliche Auslöser zu verstehen. Danach folgen in der Regel Allergietests, um die genauen Allergene zu identifizieren.
Mögliche Untersuchungen
- Hauttest (Pricktest): Dabei werden kleine Tropfen mit verschiedenen Allergenen auf die Haut des Unterarms aufgetragen und leicht eingeritzt. Eine Rötung oder Quaddel zeigt eine Allergie an.
- Bluttest: Dabei wird die Menge an spezifischen IgE-Antikörpern gegen bestimmte Allergene gemessen.
- Nasale Provokation: In besonderen Fällen wird das Allergen direkt in die Nase gegeben, um die Reaktion zu beobachten – das geschieht nur in der ärztlichen Praxis.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind in der Regel schmerzfrei. Der Hauttest kann kurz jucken, ist aber harmlos. Die Ergebnisse liegen meist schon nach 15–20 Minuten vor. Der Arzt oder die Ärztin bespricht mit Ihnen, welche Allergene Sie meiden sollten und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt. Oder er/sie überweist Sie an eine*n Allergolog*in.
Behandlung
Die Behandlung der allergischen Rhinitis stützt sich auf drei Säulen: Allergenvermeidung, Medikamente zur Linderung der Symptome und eine spezifische Immuntherapie (Desensibilisierung). Die AWMF-Leitlinie empfiehlt, die Behandlung an den Schweregrad der Beschwerden und die individuellen Bedürfnisse anzupassen.
Selbsthilfe zu Hause
- Meiden Sie die auslösenden Allergene, so gut wie möglich: Schließen Sie Fenster während der Pollensaison, waschen Sie Ihre Haare vor dem Schlafengehen, verwenden Sie milbenundurchlässige Bezüge für Matratzen und Kissen.
- Nutzen Sie Nasenspülungen mit Kochsalzlösung, um Allergene aus der Nase zu spülen.
- Lüften Sie morgens kurz, wenn der Pollenflug geringer ist, oder nutzen Sie einen pollenfilternden Luftreiniger.
- Tragen Sie bei hohem Pollenflug eine Sonnenbrille, um die Augen zu schützen.
- Duschen Sie abends, damit Sie keine Pollen ins Bett tragen.
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann Ihnen verschiedene Medikamente vorschlagen, die die Symptome lindern. Dazu gehören beispielsweise Antihistaminika (entweder als Tablette oder Nasenspray) und Kortikosteroid-Nasensprays, die Entzündungen in der Nase verringern. Bei schweren Fällen kann eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) helfen, bei der Ihr Immunsystem über mehrere Monate oder Jahre an die Allergene gewöhnt wird. Die Medikamente sollten immer nach ärztlicher Anweisung eingenommen werden. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, was für Sie am besten geeignet ist.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt nur in sehr seltenen Fällen in Betracht, etwa wenn die Nasenschleimhaut durch chronische Entzündung dauerhaft angeschwollen ist und eine konservative Behandlung nicht anschlägt. Dabei können zum Beispiel verengte Nasengänge erweitert werden. Ihr Arzt wird Ihnen die Option erklären, falls sie für Sie relevant ist.
Leben mit der Erkrankung
Lernen Sie, Ihren Alltag an die Allergene anzupassen. Verwenden Sie Apps oder Pollenflugkalender, um Tage mit hoher Belastung zu erkennen. Planen Sie Aktivitäten im Freien nach Möglichkeit an Regentagen oder nach einem kräftigen Lüften am Morgen. Sorgen Sie für ein möglichst allergenarmes Zuhause.
Tipps für den Alltag
- Vermeiden Sie Rauchen und rauchige Räume – das reizt die Atemwege zusätzlich.
- Verwenden Sie einen Staubsauger mit HEPA-Filter.
- Waschen Sie Bettwäsche regelmäßig bei mindestens 60 °C, um Milben zu reduzieren.
- Wenn Sie Haustiere haben, waschen Sie diese regelmäßig und halten Sie sie aus dem Schlafzimmer fern.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse kann das Immunsystem unterstützen, es gibt jedoch keine spezielle Diät gegen allergische Rhinitis. Bewegung an der frischen Luft ist grundsätzlich gut, aber an Tagen mit hohem Pollenflug sollten Sie eher drinnen trainieren oder eine Maske tragen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronische Allergien können belastend sein, besonders wenn die Symptome den Schlaf stören oder die Konzentration im Alltag beeinträchtigen. Manche Menschen fühlen sich müde, gereizt oder weniger leistungsfähig. Scheuen Sie sich nicht, mit Ihrem Arzt über diese Gefühle zu sprechen. Bei anhaltenden Stimmungsschwierigkeiten kann eine psychologische Beratung helfen.
Vorbeugung
Eine komplette Vorbeugung der allergischen Rhinitis ist nicht möglich, aber Sie können das Risiko für starke Beschwerden verringern. Stillen in den ersten Lebensmonaten und eine frühe Einführung von Beikost können das Allergierisiko bei Kindern senken (gemäß aktuellen Leitlinien). Vermeiden Sie in der Schwangerschaft und frühen Kindheit Tabakrauch. Wenn bei Ihnen bereits eine Allergie bekannt ist, hilft konsequente Allergenvermeidung.
Impfungen
Eine Impfung gegen Allergien gibt es nicht. Aber die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) ähnelt einer Impfung und kann die Beschwerden langfristig lindern. Fragen Sie Ihren Arzt danach.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein standardisiertes Screening für allergische Rhinitis. Bei familiärer Vorbelastung oder wiederkehrenden Nasenbeschwerden ist eine frühzeitige Untersuchung beim Arzt sinnvoll.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) durch verstopfte Abflüsse
- Bildung von Nasenpolypen ( gutartige Schleimhautwucherungen)
- Asthma bronchiale: Unbehandelte allergische Rhinitis erhöht das Risiko, Asthma zu entwickeln.
- Schlafstörungen und verminderte Lebensqualität
- Bei Kindern kann es zu Wachstumsverzögerungen oder Konzentrationsstörungen in der Schule kommen.
Langzeitprognose
Mit einer guten Behandlung und Anpassung des Lebensstils können die meisten Menschen mit allergischer Rhinitis ein normales, aktives Leben führen. Die Symptome lassen sich meist gut kontrollieren. Viele erleben mit der Zeit eine Besserung, manche wachsen aus der Allergie heraus. Wichtig ist, die Erkrankung ernst zu nehmen und frühzeitig zu handeln.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
- Deutscher Allergie- und Asthmabund (DAAB) ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.