Ankylosing Spondylitis
Verwendete Quellen
Dieser Artikel ist ein originaler Inhalt zur Patientenaufklärung.
- WHO—Health topics A–Z(2024)
- NHS—Health A to Z(2024)
- CDC—Health topics(2024)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die ankylosierende Spondylitis (auch Morbus Bechterew genannt) ist eine chronische entzündliche Erkrankung, die vor allem die Wirbelsäule und die Kreuz-Darmbein-Gelenke betrifft. Sie führt zu Schmerzen und Steifheit, und kann im Verlauf zu Versteifungen der Wirbelsäule führen.
Wichtige Fakten
- Die Erkrankung gehört zu den rheumatischen Erkrankungen und ist nicht heilbar, aber gut behandelbar.
- Sie beginnt meist im jungen Erwachsenenalter, häufiger bei Männern.
- Bei etwa 90 % der Betroffenen findet sich das Gen HLA-B27.
Die ankylosierende Spondylitis ist eine der häufigsten rheumatischen Erkrankungen. In Deutschland sind etwa 0,1 bis 1,4 von 100 Menschen betroffen.
Die Erkrankung tritt häufiger bei Männern auf. Meist beginnt sie zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Aber auch Frauen und ältere Menschen können erkranken.
Symptome
- Plötzliche Sehverschlechterung oder starker Augenschmerz mit Lichtempfindlichkeit (Verdacht auf akute Uveitis).
- Plötzliche Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühl im Beckenbereich oder Verlust der Blasen- oder Darmkontrolle (Verdacht auf Cauda-equina-Syndrom).
- Starke Brustschmerzen oder plötzliche Atemnot (Hinweis auf Herz- oder Lungenbeteiligung).
- ⚠Rötung, Schmerzen oder Lichtempfindlichkeit im Auge (Verdacht auf Uveitis).
- ⚠Fieber mit neu auftretenden Gelenkschwellungen.
- ⚠Verschlechterung der allgemeinen Symptome trotz Behandlung.
Häufige Symptome
- Rückenschmerzen, die vor allem nachts und in Ruhe auftreten und sich bei Bewegung bessern.
- Morgensteifigkeit, die länger als 30 Minuten anhält.
- Schmerzen und Steifheit in den Gesäßregionen.
- Eingeschränkte Beweglichkeit der Wirbelsäule.
Symptome bei Kindern
- Schmerzen in den Fersen, Knien oder Hüften (oft einseitig).
- Entzündungen der Augen (Uveitis) mit Rötung, Schmerzen und Lichtempfindlichkeit.
- Manchmal auch Entzündungen an den Sehnenansätzen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Die Symptome sind oft weniger typisch und äußern sich mehr in allgemeiner Steifheit und Gelenkschmerzen.
- Die Entzündungsschübe sind seltener, aber die Gelenkversteifung kann stärker fortschreiten.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist noch nicht vollständig geklärt. Eine wichtige Rolle spielt eine erbliche Veranlagung: Das Gen HLA-B27 ist bei den meisten Betroffenen nachweisbar.
- Eine fehlgeleitete Immunreaktion führt zu Entzündungen, vor allem an den Stellen, wo Sehnen und Bänder auf Knochen treffen.
- Umweltfaktoren wie bestimmte Infektionen können die Erkrankung auslösen oder beeinflussen.
Risikofaktoren
- Genetische Veranlagung: HLA-B27-positiv zu sein.
- Familiäre Belastung: Wenn nahe Verwandte (Eltern, Geschwister) an einer Spondyloarthritis erkrankt sind.
- Männliches Geschlecht und Alter zwischen 20 und 40 Jahren.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Plötzliche Sehstörungen oder starke Augenschmerzen.
- Fieber mit Gelenkschwellung oder neu aufgetretene Lähmungserscheinungen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Anhaltende Rückenschmerzen, die länger als 3 Monate andauern und sich in Ruhe nicht bessern.
- Morgensteifigkeit von mehr als 30 Minuten.
- Schmerzen in den Gesäßregionen, die nicht durch eine andere Ursache erklärt werden.
Diagnose
Die Diagnose wird von einer Fachärztin oder einem Facharzt für Rheumatologie gestellt. Sie beruht auf der Krankengeschichte, einer körperlichen Untersuchung und bildgebenden Verfahren.
Mögliche Untersuchungen
- Röntgenaufnahmen der Wirbelsäule und des Beckens zur Darstellung von Veränderungen an den Gelenken.
- Magnetresonanztomographie (MRT), die auch frühe Entzündungen erkennen kann.
- Blutuntersuchungen: Bestimmung von Entzündungswerten (BSG, CRP) und des HLA-B27-Gens.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Bei Ihrem ersten Besuch wird die Ärztin oder der Arzt ein ausführliches Gespräch mit Ihnen führen und eine körperliche Untersuchung durchführen. Je nach Befund werden dann weitere Untersuchungen wie Röntgen oder Blutabnahme veranlasst. Die Diagnose kann manchmal einige Zeit in Anspruch nehmen, da andere Ursachen ausgeschlossen werden müssen.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, Entzündungen zu reduzieren, Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit zu erhalten und Folgeschäden zu vermeiden. Eine Kombination aus Medikamenten, Physiotherapie und regelmäßiger Bewegung ist oft am wirksamsten.
Selbsthilfe zu Hause
- Regelmäßige Bewegung, insbesondere Dehnübungen und Kräftigung der Rückenmuskulatur.
- Wärmeanwendungen (z. B. warme Bäder oder Wärmepflaster) können die Steifheit lindern.
- Achten Sie auf eine gute Körperhaltung im Alltag (z. B. beim Sitzen und Stehen).
- Vermeiden Sie Rauchen, da es die Erkrankung verschlimmern kann.
Medizinische Behandlungen
Medikamentöse Behandlungen umfassen entzündungshemmende Mittel (NSAR), die bei akuten Schüben eingesetzt werden. Wenn diese nicht ausreichen, können krankheitsmodifizierende Antirheumatika (DMARDs) oder sogenannte Biologika eingesetzt werden, die gezielt in das Immunsystem eingreifen. Welche Behandlung für Sie geeignet ist, entscheidet Ihre rheumatologische Fachperson individuell.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur in seltenen Fällen nötig, zum Beispiel bei schweren Gelenkschäden oder einer starken Verkrümmung der Wirbelsäule. Dann kann ein künstliches Hüftgelenk oder eine Aufrichtungsoperation helfen.
Leben mit der Erkrankung
Mit der richtigen Behandlung und einem guten Umgang mit der Erkrankung können die meisten Menschen ihren Alltag gut bewältigen. Es ist wichtig, auf Ihren Körper zu hören und Ruhepausen einzuplanen, wenn die Beschwerden stärker sind.
Tipps für den Alltag
- Bewegung: Schwimmen, Yoga oder Radfahren sind besonders gelenkschonend.
- Ergonomische Anpassungen am Arbeitsplatz (z. B. höhenverstellbarer Schreibtisch).
- Vermeiden Sie langes Sitzen ohne Pause.
- Sorgen Sie für ausreichend Schlaf und eine gute Matratze.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Omega-3-Fettsäuren (z. B. Fisch, Leinsamen, Walnüsse) kann entzündungshemmend wirken. Vermeiden Sie Übergewicht, da es die Gelenke belastet. Regelmäßige Bewegung, wie zum Beispiel Rückenschwimmen oder Spazierengehen, ist sehr empfehlenswert.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine chronische Erkrankung kann auch seelisch belastend sein. Ängste, Frustration oder Niedergeschlagenheit sind keine Seltenheit. Darüber zu sprechen – mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, einer Psychologin oder in Selbsthilfegruppen – kann sehr entlastend sein.
Vorbeugung
Da die genaue Ursache nicht bekannt ist, kann die Erkrankung nicht verhindert werden. Aber eine frühzeitige Behandlung und ein gesunder Lebensstil können den Verlauf günstig beeinflussen.
Impfungen
Bestimmte Impfungen (z. B. gegen Grippe und Pneumokokken) werden empfohlen, besonders wenn Sie Medikamente einnehmen, die das Immunsystem beeinflussen. Sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt darauf an.
Früherkennungsprogramme
Ein allgemeines Screening gibt es nicht. Bei familiärer Belastung kann eine genetische Beratung sinnvoll sein.
Komplikationen
Unbehandelt
- Fortschreitende Versteifung der Wirbelsäule (sogenannte Bambuswirbelsäule), die zu einer dauerhaft eingeschränkten Beweglichkeit führt.
- Entzündungen der Augen (Uveitis), die unbehandelt zu Sehverlust führen können.
- Entzündungen der Herzklappen oder der Lunge (selten).
- Erhöhtes Risiko für Knochenbrüche durch Osteoporose.
Langzeitprognose
Mit einer frühzeitigen und konsequenten Behandlung ist die Prognose meist gut. Die meisten Menschen können ihren Beruf und ihre Freizeitaktivitäten weitgehend wie gewohnt ausüben. Regelmäßige ärztliche Kontrollen und ein aktiver Lebensstil helfen, die Erkrankung gut zu managen.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
- International Ankylosing Spondylitis Federation (ASIF) ↗
- European League Against Rheumatism (EULAR) ↗
Lokale Organisationen
- Deutsche Rheuma-Liga e.V. ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.