Thyroid Disorders
Verwendete Quellen
Dieser Artikel ist ein originaler Inhalt zur Patientenaufklärung.
- NICE—Thyroid disease: assessment and management. NG145(2019)
- NHS—Underactive thyroid (hypothyroidism)(2023)
- WHO—Thyroid disorders(2023)
- ATA—American Thyroid Association guidelines(2023)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Schilddrüse ist eine kleine, schmetterlingsförmige Drüse im Hals, direkt unterhalb des Kehlkopfes. Sie produziert Hormone – also Botenstoffe –, die den Stoffwechsel des gesamten Körpers steuern. Damit beeinflusst sie, wie schnell das Herz schlägt, wie viel Energie wir haben, wie warm uns ist und vieles mehr. Schilddrüsenerkrankungen entstehen, wenn die Drüse zu viel oder zu wenig dieser Hormone produziert – oder wenn sich ihre Struktur verändert, zum Beispiel durch Knoten oder eine Vergrößerung. Die häufigsten Formen sind eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose – zu wenig Hormonproduktion) und eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose – zu viel Hormonproduktion).
Wichtige Fakten
- Die Schilddrüse steuert den Stoffwechsel – also alle Prozesse, mit denen der Körper Energie gewinnt und nutzt.
- Es gibt viele verschiedene Schilddrüsenerkrankungen: Unter- und Überfunktion, Entzündungen, Knoten und Vergrößerungen (Kropf).
- Die meisten Schilddrüsenerkrankungen sind gut behandelbar, und die meisten Betroffenen führen ein normales, beschwerdefreies Leben.
Schilddrüsenerkrankungen sind sehr weit verbreitet. In Deutschland leiden schätzungsweise 30 bis 40 Prozent der Bevölkerung an einer Schilddrüsenerkrankung – viele davon wissen es nicht einmal. Die Schilddrüsenunterfunktion ist dabei die häufigste Form.
Grundsätzlich kann jeder Mensch eine Schilddrüsenerkrankung entwickeln – vom Neugeborenen bis zum älteren Erwachsenen. Frauen sind jedoch deutlich häufiger betroffen als Männer, etwa fünf- bis zehnmal so häufig. Besonders in der Schwangerschaft, nach der Geburt und in den Wechseljahren steigt das Risiko. Auch ältere Menschen sind häufiger betroffen.
Symptome
- Plötzliche starke Atemnot oder das Gefühl, dass die Kehle zugeschwollen ist – sofort den Notruf 112 anrufen!
- Bewusstlosigkeit, starke Verwirrtheit oder Bewusstseinstrübung – sofort 112 anrufen!
- Extrem schneller, unregelmäßiger Herzschlag verbunden mit Brustschmerzen oder Ohnmacht – sofort 112 anrufen!
- Thyreotoxische Krise (auch 'Thyreotoxikose' genannt – ein lebensbedrohlicher Zustand mit sehr hohem Fieber, extremem Herzrasen, starker Unruhe und Verwirrung) – sofort 112 anrufen!
- Myxödem-Koma (ein lebensbedrohlicher Zustand bei schwerer Unterfunktion mit Bewusstlosigkeit und extremer Kälte) – sofort 112 anrufen!
- ⚠Plötzlich spürbare Schwellung oder ein Knoten im Hals, der innerhalb weniger Tage größer wird
- ⚠Schluckbeschwerden oder das Gefühl, dass etwas im Hals drückt
- ⚠Herzrasen, das nicht nachlässt und neu aufgetreten ist
- ⚠Starke, anhaltende Zittrigkeit oder Muskelschwäche, die den Alltag beeinträchtigt
Häufige Symptome
- Anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung, obwohl man ausreichend schläft
- Ungewollte Gewichtszunahme oder -abnahme ohne Änderung der Ernährung
- Frösteln oder Kältegefühl, das andere nicht teilen (Unterfunktion), oder ständiges Schwitzen und Hitzegefühl (Überfunktion)
- Herzrasen oder unregelmäßiger Herzschlag
- Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Nervosität oder Niedergeschlagenheit
- Haare, die dünner werden oder stärker ausfallen
- Trockene, raue Haut oder übermäßiges Schwitzen
- Verstopfung (Unterfunktion) oder häufiger Durchfall (Überfunktion)
- Muskelschmerzen oder -schwäche
- Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten, manchmal als 'Hirnnebel' beschrieben
- Sichtbare Vergrößerung oder Schwellung am Hals (Kropf)
Symptome bei Kindern
- Verlangsamtes Wachstum oder Entwicklungsverzögerung
- Schulprobleme und Konzentrationsschwierigkeiten
- Übermäßige Müdigkeit oder ungewöhnliche Überaktivität
- Verstopfung oder häufige Stuhlgänge
- Verzögerte oder vorzeitige Pubertät
- Gewichtsprobleme: ungewollte Zu- oder Abnahme
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen sind die Symptome oft weniger deutlich und können leicht mit normalen Alterserscheinungen verwechselt werden
- Vergesslichkeit oder Verwirrung, die manchmal fälschlicherweise als Demenz eingestuft wird
- Herzrhythmusstörungen, zum Beispiel Vorhofflimmern (ein unregelmäßiger Herzschlag)
- Depressive Verstimmung ohne klare andere Ursache
- Erhöhtes Cholesterin im Blut
- Schwäche der Muskeln, häufige Stürze
Ursachen
Hauptursachen
- Autoimmunerkrankungen: Bei Erkrankungen wie Hashimoto-Thyreoiditis (eine Entzündung, bei der das Immunsystem versehentlich die eigene Schilddrüse angreift) oder Morbus Basedow (bei dem das Immunsystem die Schilddrüse zur Überproduktion anregt) greift das körpereigene Abwehrsystem die Schilddrüse an.
- Jodmangel oder Jodüberschuss: Jod ist ein wichtiger Baustein der Schilddrüsenhormone. Zu wenig oder auch zu viel Jod kann die Funktion der Drüse stören.
- Schilddrüsenknoten: Kleine Gewebewucherungen in der Drüse, die die Hormonproduktion beeinflussen können.
- Entzündungen der Schilddrüse (Thyreoiditis): Können durch Viren, nach einer Schwangerschaft (postpartale Thyreoiditis) oder andere Ursachen entstehen.
- Bestimmte Medikamente: Manche Arzneimittel können die Schilddrüsenfunktion beeinflussen – sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin darüber.
- Strahlentherapie oder frühere Operationen im Halsbereich
- Angeborene Fehlbildungen der Schilddrüse
Risikofaktoren
- Weibliches Geschlecht
- Familiäre Vorbelastung: Schilddrüsenerkrankungen in der Familie
- Andere Autoimmunerkrankungen, zum Beispiel Typ-1-Diabetes oder rheumatoide Arthritis
- Schwangerschaft und die Zeit nach der Geburt
- Alter über 60 Jahre
- Rauchen (erhöht insbesondere das Risiko für Morbus Basedow)
- Leben in Regionen mit Jodmangel
- Vorherige Bestrahlung des Hals- oder Kopfbereichs
- Bestimmte Chromosomenveränderungen wie das Down-Syndrom oder das Turner-Syndrom
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie einen neuen Knoten oder eine Schwellung am Hals bemerken
- Bei Schluckbeschwerden oder einem Druckgefühl im Hals
- Bei anhaltendem Herzrasen oder -stolpern
- Wenn Sie in der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt Symptome einer Schilddrüsenerkrankung bemerken
- Bei starker, unerklärlicher Erschöpfung, die Ihren Alltag stark einschränkt
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie eines oder mehrere der oben genannten Symptome über mehrere Wochen bemerken
- Wenn Schilddrüsenerkrankungen in Ihrer Familie vorkommen und Sie noch nie untersucht wurden
- Wenn Sie sich dauerhaft schlapp, antriebslos oder emotional belastet fühlen ohne erklärlichen Grund
- Vor und während einer Schwangerschaft, wenn Sie bereits eine Schilddrüsenerkrankung haben
- Wenn Sie eine Behandlung bekommen und prüfen möchten, ob sie noch richtig eingestellt ist
Diagnose
Die Diagnose einer Schilddrüsenerkrankung beginnt meist mit einem ausführlichen Gespräch über Ihre Beschwerden und Ihre Krankengeschichte sowie einer körperlichen Untersuchung. Der Arzt oder die Ärztin tastet dabei den Hals ab, um die Größe und Beschaffenheit der Schilddrüse zu beurteilen. Anschließend folgen in der Regel Bluttests und bei Bedarf ein Ultraschall. Bei bestimmten Fragestellungen kommen weitere Untersuchungen hinzu. Die Diagnose ist meist unkompliziert und schnell möglich.
Mögliche Untersuchungen
- Bluttest: Der wichtigste Wert ist das TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon – ein Hormon der Hirnanhangsdrüse, das die Schilddrüse steuert). Hohe TSH-Werte deuten auf eine Unterfunktion hin, niedrige auf eine Überfunktion.
- Freie Schilddrüsenhormone (fT3 und fT4): Diese Werte zeigen direkt, wie viel Hormon die Schilddrüse produziert.
- Schilddrüsen-Antikörper: Bestimmte Antikörper – also Abwehrstoffe des Immunsystems – im Blut weisen auf eine Autoimmunerkrankung hin, zum Beispiel Hashimoto oder Morbus Basedow.
- Ultraschall der Schilddrüse: Ein schmerzloses Bildgebungsverfahren, das die Größe, Struktur und eventuelle Knoten der Drüse sichtbar macht.
- Szintigrafie: Eine nuklearmedizinische Untersuchung (mit einem schwach radioaktiven Stoff), die zeigt, wie aktiv verschiedene Bereiche der Schilddrüse sind. Wird bei Knoten oder Überfunktion eingesetzt.
- Feinnadelpunktion: Bei unklaren Knoten wird manchmal eine kleine Gewebeprobe entnommen und unter dem Mikroskop untersucht, um gutartige von bösartigen Veränderungen zu unterscheiden.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die meisten Untersuchungen sind schmerzlos und dauern nur wenige Minuten. Ein Bluttest ist schnell gemacht. Der Ultraschall ist angenehm und unkompliziert. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin erklärt Ihnen alle Schritte vorab. Sie erhalten die Ergebnisse in der Regel innerhalb weniger Tage und können dann gemeinsam besprechen, wie es weitergeht.
Behandlung
Die Behandlung einer Schilddrüsenerkrankung richtet sich nach der genauen Diagnose, der Schwere der Erkrankung und Ihrer persönlichen Situation. Die gute Nachricht: Die meisten Schilddrüsenerkrankungen sind sehr gut behandelbar. Für viele Menschen bedeutet die richtige Behandlung, dass sie sich rasch besser fühlen und ganz normal leben können. Ihr Behandlungsteam – oft bestehend aus Hausarzt, Endokrinologin (Spezialistin für Hormonerkrankungen) und manchmal einem Nuklearmediziner oder Chirurgen – begleitet Sie dabei.
Selbsthilfe zu Hause
- Nehmen Sie vereinbarte Kontrolltermine regelmäßig wahr, damit Ihre Behandlung immer gut auf Sie abgestimmt ist.
- Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin über alle anderen Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, die Sie einnehmen – manche können die Schilddrüsenfunktion beeinflussen.
- Achten Sie auf ausreichend Schlaf und Erholung, besonders wenn Sie müde und erschöpft sind.
- Lernen Sie, Stresssignale Ihres Körpers wahrzunehmen – Stress kann Schilddrüsenerkrankungen verschlechtern.
- Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über eine ausgewogene Jodzufuhr über die Ernährung.
- Führen Sie ein Symptomtagebuch, um Veränderungen zu bemerken und beim nächsten Arztbesuch besprechen zu können.
Medizinische Behandlungen
Bei einer Schilddrüsenunterfunktion wird in der Regel das fehlende Hormon über Tabletten ersetzt, die der Körper genauso verwendet wie sein eigenes Hormon. Die Dosierung wird individuell angepasst und regelmäßig durch Bluttests überprüft. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion gibt es verschiedene Behandlungsansätze: Medikamente können die Hormonproduktion hemmen. Alternativ kann eine Radiojodtherapie eingesetzt werden – dabei schluckt man eine Kapsel oder Lösung mit einem schwach radioaktiven Jod, das die überaktive Schilddrüse gezielt verkleinert. Entzündungen der Schilddrüse werden je nach Ursache unterschiedlich behandelt – manchmal reicht Beobachtung, manchmal werden entzündungshemmende Mittel eingesetzt. Die Behandlung wird immer individuell auf Sie abgestimmt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation der Schilddrüse (Schilddrüsenresektion) wird empfohlen, wenn Knoten vorhanden sind, die bösartig sein könnten oder es nachweislich sind, wenn die Schilddrüse so groß ist, dass sie Beschwerden verursacht (zum Beispiel Schluck- oder Atemprobleme), oder wenn andere Behandlungsmethoden nicht ausreichend geholfen haben. Die Operation wird von erfahrenen Chirurgen durchgeführt und ist heutzutage sehr sicher. Ihr Behandlungsteam bespricht ausführlich mit Ihnen, ob und warum eine Operation sinnvoll ist.
Leben mit der Erkrankung
Mit der richtigen Behandlung führen die meisten Menschen mit einer Schilddrüsenerkrankung ein vollkommen normales Leben. Viele berichten, dass sie sich nach Beginn der Behandlung deutlich besser fühlen – mehr Energie, bessere Stimmung, klarere Gedanken. Wichtig ist, regelmäßige Kontrolltermine einzuhalten, damit die Behandlung immer gut eingestellt bleibt. Manchen Menschen dauert es einige Wochen oder Monate, bis die Werte stabil sind und sie sich dauerhaft wohlfühlen.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchungen einplanen und Bluttest-Termine einhalten
- Ausreichend schlafen und auf Pausen achten – besonders in der Anfangsphase der Behandlung
- Auf den eigenen Körper hören: Wenn sich etwas verändert oder Symptome wiederkehren, den Arzt informieren
- Stressmanagement lernen – Entspannungsübungen, Yoga oder Atemtechniken können helfen
- Rauchen vermeiden oder aufhören – Rauchen kann bestimmte Schilddrüsenerkrankungen verschlechtern
- Schwangere mit bekannter Schilddrüsenerkrankung sollten besonders engmaschig betreut werden
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung ist wichtig. Jod ist ein wesentlicher Baustein für Schilddrüsenhormone – in Deutschland wird empfohlen, jodhaltiges Speisesalz zu verwenden und regelmäßig Fisch und Milchprodukte zu essen. Wichtig: Bei bestehender Schilddrüsenerkrankung sollten Sie die Jodzufuhr mit Ihrem Arzt besprechen, da bei manchen Erkrankungen (z. B. Morbus Basedow) zu viel Jod schädlich sein kann. Körperliche Bewegung tut gut – sie verbessert die Stimmung, den Stoffwechsel und die allgemeine Gesundheit. Beginnen Sie langsam, wenn Sie müde oder geschwächt sind, und steigern Sie die Aktivität nach und nach.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Schilddrüsenerkrankungen können die Psyche erheblich beeinflussen. Depressive Verstimmungen, Angstzustände, Reizbarkeit, Antriebslosigkeit oder Konzentrationsprobleme können direkte Folgen der Hormonveränderungen sein. Das ist keine Schwäche – das sind körperliche Auswirkungen einer körperlichen Erkrankung. Mit der richtigen Behandlung verbessern sich diese Beschwerden oft deutlich. Wenn Sie sich emotional belastet fühlen, sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin darüber. Wenn Sie sich sehr niedergeschlagen oder hoffnungslos fühlen, wenden Sie sich bitte auch an die Telefonseelsorge (kostenlos, rund um die Uhr erreichbar: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222). Sie sind nicht allein.
Vorbeugung
Viele Schilddrüsenerkrankungen – insbesondere Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto oder Morbus Basedow – lassen sich nicht gezielt verhindern, da genetische Faktoren eine große Rolle spielen. Es gibt jedoch einige Dinge, die das Risiko senken oder eine frühzeitige Erkennung ermöglichen: Eine ausreichende Jodversorgung über die Ernährung schützt vor jodbedingten Schilddrüsenproblemen. Rauchen erhöht das Risiko für bestimmte Erkrankungen – das Aufhören lohnt sich also auch hier. Wer ein erhöhtes Risiko hat (z. B. Familienangehörige mit Schilddrüsenerkrankung), sollte regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen in Betracht ziehen.
Früherkennungsprogramme
In Deutschland gibt es kein flächendeckendes Screening-Programm für Schilddrüsenerkrankungen. Neugeborene werden jedoch routinemäßig kurz nach der Geburt auf eine angeborene Schilddrüsenunterfunktion getestet (Neugeborenen-Screening), da diese unbehandelt zu schwerwiegenden Entwicklungsstörungen führen kann. Bei Risikopersonen – zum Beispiel bei Familienangehörigen von Betroffenen oder bei anderen Autoimmunerkrankungen – empfiehlt sich eine regelmäßige ärztliche Kontrolle der Schilddrüsenwerte. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber, ob ein Check sinnvoll für Sie ist.
Komplikationen
Unbehandelt
- Eine unbehandelte Schilddrüsenunterfunktion kann zu Herz-Kreislauf-Problemen führen, wie erhöhtem Cholesterin und einem erhöhten Risiko für Herzerkrankungen.
- In seltenen, sehr schweren Fällen kann eine unbehandelte Unterfunktion zu einem lebensbedrohlichen Zustand namens Myxödem-Koma führen.
- Eine unbehandelte Überfunktion kann das Herz belasten, zu Herzrhythmusstörungen führen und die Knochendichte verringern (Osteoporose – Knochenschwund).
- In seltenen Fällen kann eine unbehandelte Überfunktion in eine thyreotoxische Krise – einen lebensbedrohlichen Notfall – übergehen.
- Bei Kindern kann eine unbehandelte Schilddrüsenunterfunktion zu Wachstumsstörungen und Entwicklungsverzögerungen führen.
- In der Schwangerschaft kann eine unbehandelte Schilddrüsenerkrankung das Risiko für Komplikationen für Mutter und Kind erhöhen.
- Schilddrüsenknoten, die selten bösartig sind, können bei Nichtbehandlung wachsen und zu Beschwerden führen.
Langzeitprognose
Die gute Nachricht ist: Schilddrüsenerkrankungen gehören zu den am besten behandelbaren Erkrankungen in der Medizin. Die meisten Menschen, die die richtige Diagnose und Behandlung erhalten, führen ein vollständig normales, gesundes Leben. Selbst Schilddrüsenkrebs hat bei frühzeitiger Entdeckung in den meisten Fällen eine sehr gute Prognose. Es lohnt sich also sehr, früh zum Arzt zu gehen und die Behandlung konsequent fortzuführen. Mit moderner Medizin und guter Begleitung können Sie gut mit Ihrer Erkrankung leben.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
- European Thyroid Association (ETA) – Europäische Schilddrüsengesellschaft ↗
- British Thyroid Foundation – Patienteninformationen (auf Englisch) ↗
Lokale Organisationen
- Österreichische Schilddrüsengesellschaft (OSDG) ↗ · Österreich
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.