Diverticulitis
Verwendete Quellen
Dieser Artikel ist ein originaler Inhalt zur Patientenaufklärung.
- WHO—Health topics A–Z(2024)
- NHS—Health A to Z(2024)
- CDC—Health topics(2024)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Divertikulitis ist eine Entzündung kleiner Ausstülpungen in der Darmwand, die Divertikel genannt werden. Diese Ausstülpungen sind harmlos, aber wenn sie sich entzünden, verursachen sie Schmerzen und andere Beschwerden.
Wichtige Fakten
- Divertikel sind kleine Ausstülpungen in der Dickdarmwand.
- Eine Entzündung dieser Ausstülpungen heißt Divertikulitis.
- Die meisten Menschen mit Divertikeln haben keine Beschwerden.
Ja, Divertikulitis ist eine häufige Erkrankung, vor allem bei Menschen über 50 Jahren. In Deutschland sind etwa 30–40 % der über 50-Jährigen von Divertikeln betroffen.
Betroffen sind vor allem ältere Menschen, aber auch jüngere Erwachsene können Divertikulitis bekommen. Männer und Frauen sind etwa gleich häufig betroffen.
Symptome
- Starke, anhaltende Bauchschmerzen, die nicht nachlassen
- Hohes Fieber (über 39 °C)
- Blut im Stuhl oder starke Blutungen aus dem Darm
- Anzeichen einer Bauchfellentzündung (sehr harter Bauch, extreme Schmerzen bei Berührung, Übelkeit und Erbrechen)
- ⚠Mäßige Bauchschmerzen, die länger als ein paar Tage anhalten
- ⚠Fieber unter 39 °C
- ⚠Verstopfung oder Durchfall, die nicht besser werden
- ⚠Appetitlosigkeit oder Gewichtsverlust
Häufige Symptome
- Plötzliche starke Schmerzen im linken Unterbauch
- Fieber
- Übelkeit oder Erbrechen
- Verstopfung oder Durchfall
- Blähungen
- Appetitlosigkeit
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern ist Divertikulitis sehr selten. Die Symptome ähneln denen von Erwachsenen: Bauchschmerzen, Fieber, verändertes Stuhlverhalten.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen können die Symptome milder sein oder fehlen. Manchmal treten nur allgemeine Schwäche, Verwirrtheit oder Fieber ohne klare Bauchschmerzen auf.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt. Man vermutet, dass eine ballaststoffarme Ernährung, Verstopfung und erhöhter Druck im Darm zur Bildung von Divertikeln führen. Eine Entzündung entsteht, wenn Stuhl oder Bakterien in den Divertikeln feststecken.
Risikofaktoren
- Älteres Alter (über 50 Jahre)
- Ballaststoffarme Ernährung
- Übergewicht
- Rauchen
- Bewegungsmangel
- Einnahme bestimmter Schmerzmittel (z. B. Ibuprofen, Diclofenac oder ASS – bitte mit dem Arzt besprechen)
- Einnahme von Kortison
- Familiäre Veranlagung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Plötzliche starke Bauchschmerzen, besonders im linken Unterbauch, mit Fieber oder Übelkeit
- Blut im Stuhl
- Sehr harter, schmerzempfindlicher Bauch
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wiederkehrende leichte Bauchschmerzen oder Veränderungen des Stuhlgangs
- Schon einmal Divertikulitis gehabt und erneut Symptome bemerkt
Diagnose
Der Arzt stellt die Diagnose anhand Ihrer Krankengeschichte, einer körperlichen Untersuchung und bildgebender Verfahren. Meist wird eine Computertomographie (CT) oder Ultraschall durchgeführt. Bei akuter Entzündung wird oft auf eine Darmspiegelung verzichtet, weil diese das Risiko einer Perforation erhöht.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung (Abtasten des Bauches)
- Blutuntersuchung (Entzündungswerte)
- Ultraschall des Bauches
- Computertomographie (CT) des Bauches
- Bei Bedarf Darmspiegelung (nach Abklingen der Entzündung)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Bei der Untersuchung wird der Arzt Ihren Bauch abtasten und nach Druckstellen suchen. Eine Blutabnahme zeigt, ob eine Entzündung vorliegt. Bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder CT geben einen genauen Blick auf den Darm. Die Untersuchungen sind in der Regel schmerzfrei.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Schwere der Entzündung. Leichte Fälle können zu Hause mit Ruhe und Schonkost behandelt werden. Schwerere Fälle erfordern möglicherweise einen Krankenhausaufenthalt mit Antibiotika per Infusion oder sogar einen operativen Eingriff.
Selbsthilfe zu Hause
- Bei leichter Divertikulitis: Ruhen und den Darm schonen.
- Klare Flüssigkeiten oder leichte Schonkost (z. B. Brühe, Zwieback) für ein bis zwei Tage.
- Dann langsam wieder Ballaststoffe einführen (Haferflocken, Leinsamen).
- Viel trinken (Wasser, Kräutertee).
- Wärme auf den Bauch (Wärmflasche, Kirschkernkissen) kann Schmerzen lindern.
- Vermeiden Sie bestimmte Schmerzmittel (wie Ibuprofen oder ASS), da sie die Darmwand reizen können. Besprechen Sie die Schmerztherapie mit Ihrem Arzt.
Medizinische Behandlungen
Bei einer leichten bis mittelschweren Divertikulitis kann der Arzt Antibiotika verordnen, die oral eingenommen werden. Bei schweren Fällen oder Komplikationen ist eine Behandlung im Krankenhaus nötig: Antibiotika per Infusion, Flüssigkeitszufuhr, manchmal eine Ernährungssonde oder parenterale Ernährung. In seltenen Fällen kann ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kann nötig sein, wenn schwere Komplikationen auftreten, wie ein Abszess (Eiteransammlung), eine Perforation (Durchbruch der Darmwand) oder Darmverschluss. Auch bei häufigen Rückfällen oder wenn trotz Behandlung keine Besserung eintritt, kann eine Operation in Betracht gezogen werden. Die Entscheidung trifft der Arzt gemeinsam mit Ihnen.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer akuten Divertikulitis ist es wichtig, den Darm langsam wieder an normale Tätigkeiten zu gewöhnen. Beginnen Sie mit leichter Bewegung. Achten Sie auf ausreichend Flüssigkeit. Vermeiden Sie schweres Heben und anstrengende Sportarten für einige Wochen.
Tipps für den Alltag
- Ballaststoffreiche Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten
- Ausreichend trinken (2–3 Liter pro Tag)
- Regelmäßige Bewegung (Spazierengehen, Schwimmen, Radfahren)
- Rauchstopp
- Stressreduktion (z. B. Yoga, Meditation)
Ernährung und Bewegung
Ernähren Sie sich ausgewogen mit vielen Ballaststoffen (Haferflocken, Leinsamen, Vollkornbrot, Hülsenfrüchte), aber führen Sie Ballaststoffe langsam ein. Trinken Sie viel. Bewegung hilft, den Darm in Schwung zu halten und Verstopfung zu vermeiden. Vermeiden Sie abrupte Ernährungsumstellungen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine chronische Erkrankung wie Divertikulitis kann belastend sein und Ängste auslösen, besonders nach einem schweren Schub. Es ist normal, sich Sorgen zu machen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder einer psychologischen Beratungsstelle. Viele Selbsthilfegruppen bieten Unterstützung.
Vorbeugung
Es ist nicht sicher, ob man Divertikulitis vollständig verhindern kann, aber ein gesunder Lebensstil kann das Risiko senken. Dazu gehören ballaststoffreiche Ernährung, ausreichend Bewegung und Verzicht auf Rauchen.
Früherkennungsprogramme
Eine Vorsorge-Darmspiegelung (Koloskopie) ab dem 50. Lebensjahr wird in Deutschland zur Früherkennung von Darmkrebs empfohlen. Dabei können auch Divertikel festgestellt werden. Eine Behandlung ist nur bei Komplikationen nötig.
Komplikationen
Unbehandelt
- Abszess (Eiteransammlung) im Bauchraum
- Perforation (Durchbruch) der Darmwand
- Bauchfellentzündung (Peritonitis)
- Darmverschluss (Ileus)
- Fisteln (Verbindungen zwischen Darm und anderen Organen)
- Blutungen aus dem Darm
- Sepsis (Blutvergiftung)
Langzeitprognose
Die Prognose ist in der Regel gut. Leichte Fälle heilen meist ohne Folgen aus. Schwere Fälle erfordern eine Behandlung, aber die meisten Patienten erholen sich vollständig. Mit einem gesunden Lebensstil und regelmäßigen Arztbesuchen können Rückfälle vermieden werden. Eine Operation kann bei Komplikationen nötig sein, ist aber in den meisten Fällen erfolgreich.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
- Selbsthilfe für Menschen mit Darmerkrankungen (SMAD) ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.