Dupuytren contracture
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Dupuytren-Kontraktur ist eine gutartige Veränderung des Bindegewebes in der Handinnenfläche. Dabei verdicken sich die sehnigen Stränge unter der Haut und verkürzen sich. Das führt dazu, dass ein oder mehrere Finger – meist der Ringfinger und der kleine Finger – nach und nach nicht mehr ganz gestreckt werden können.
Wichtige Fakten
- Die Erkrankung verläuft meist langsam über Jahre und tut nicht weh.
- Typisch sind tastbare Knoten und Stränge in der Handfläche.
- Eine Behandlung ist erst nötig, wenn die Finger nicht mehr richtig gestreckt werden können.
- Männer sind häufiger betroffen als Frauen.
- Die Dupuytren-Kontraktur ist nicht ansteckend und kein Krebs.
Ja, die Dupuytren-Kontraktur ist vor allem bei Menschen über 50 Jahren recht häufig. In Deutschland sind etwa 2 bis 5 von 100 Menschen betroffen, Männer etwa drei- bis viermal häufiger als Frauen.
Sie tritt meist nach dem 50. Lebensjahr auf und wird mit dem Alter häufiger. Besonders oft betroffen sind Menschen mit nordwesteuropäischer Abstammung. Männer erkranken häufiger und oft auch schwerer als Frauen.
Symptome
- Es gibt keine typischen Notfälle bei Dupuytren-Kontraktur. Suchen Sie sofort den Notarzt (112), wenn Sie plötzlich starke Schmerzen, eine starke Schwellung oder ein blaues/weißes Fingerendglied bemerken – das kann auf ein akutes Durchblutungs- oder Nervenproblem hinweisen.
- ⚠Wenn sich die Finger plötzlich nicht mehr bewegen lassen oder Sie eine offene Wunde, Rötung oder Eiterbildung in der Handfläche bemerken – gehen Sie noch am selben Tag in eine Notaufnahme oder ärztliche Bereitschaftspraxis.
Häufige Symptome
- Tastbare Knoten in der Handfläche, oft schmerzlos
- Strangartige Verdickung unter der Haut
- Verminderte Streckfähigkeit eines oder mehrerer Finger
- Der betroffene Finger kann nicht mehr vollständig ausgestreckt werden
- Im fortgeschrittenen Stadium können alltägliche Handlungen wie Händeschütteln oder das Greifen großer Gegenstände beeinträchtigt sein
Symptome bei Kindern
- Eine Dupuytren-Kontraktur kommt bei Kindern praktisch nicht vor. Falls ähnliche Veränderungen auftreten, sollten andere Ursachen ärztlich abgeklärt werden.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Die Knoten und Stränge nehmen mit dem Alter oft zu.
- Die Finger können stärker gekrümmt sein, was die Handfunktion einschränkt.
- Häufig sind mehrere Finger und beide Hände betroffen.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt. Eine wichtige Rolle spielen eine Veranlagung (genetische Faktoren) und eine überschießende Bildung von Bindegewebszellen. Es liegt eine gutartige Gewebevermehrung vor, kein bösartiger Tumor.
Risikofaktoren
- Familiäre Vorbelastung (z. B. Eltern oder Geschwister mit Dupuytren-Kontraktur)
- Männliches Geschlecht
- Alter über 50 Jahre
- Rauchen
- Übermäßiger Alkoholkonsum
- Bestimmte Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Epilepsie
- Wiederholte Handverletzungen oder hohe Belastung (nicht eindeutig belegt)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Plötzlich auftretende starke Schmerzen oder Schwellung der Hand
- Zeichen einer Infektion: Rötung, Überwärmung, Eiter
- Gefühlsstörungen oder Lähmungen der Finger
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie Knoten oder Stränge in der Handfläche ertasten
- Wenn ein Finger sich zunehmend weniger strecken lässt und Sie dadurch im Alltag eingeschränkt sind
- Auch ohne Beschwerden können Sie den Befund bei einem Hausbesuch oder Vorsorgetermin ansprechen
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel durch eine einfache körperliche Untersuchung gestellt. Der Arzt tastet die Handfläche ab und prüft, wie weit sich die Finger strecken lassen.
Mögliche Untersuchungen
- Tastuntersuchung (Palpation der Knoten und Stränge)
- Bewegungstest: aktives und passives Strecken der Finger
- Häufig ist keine Bildgebung nötig. Bei unklaren Fällen kann eine Ultraschalluntersuchung helfen, die Veränderungen darzustellen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird Ihre Hand sorgfältig untersuchen und Sie nach Ihren Beschwerden und möglichen Risikofaktoren fragen. Meist ist die Diagnose schnell und ohne aufwendige Geräte möglich. Wenn nötig, wird er Sie an einen Facharzt für Handchirurgie überweisen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium und der Funktionseinschränkung. Im Frühstadium reicht oft Abwarten mit regelmäßigen Kontrollen. Wenn die Fingerbeweglichkeit zunehmend eingeschränkt wird, gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten, die der Arzt mit Ihnen bespricht.
Selbsthilfe zu Hause
- Regelmäßiges vorsichtiges Dehnen des Fingers in Streckrichtung (ohne Gewalt)
- Vermeiden Sie starke Druckbelastung der Handfläche, z. B. durch harte Griffe oder häufiges Abstützen
- Achten Sie auf eine gute Durchblutung der Hände (warmhalten, nicht rauchen)
- Wenn Sie Schmerzen haben, können Sie die Hand schonen und bei Bedarf ein kühlendes Gel auftragen (nach Absprache mit Ihrem Arzt)
Medizinische Behandlungen
Zu den medizinischen Behandlungen gehören das Aufspritzen eines Medikaments, das die Knoten aufweicht (Kollagenase-Injektion), sowie die sogenannte Nadelfasziotomie, bei der der Strang mit einer Nadel durchtrennt wird. Beide Verfahren werden ambulant durchgeführt. Ihr Arzt wird Ihnen die Vor- und Nachteile erläutern. Bitte beachten Sie: Keine konkreten Medikamentennamen oder Dosierungen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird in der Regel empfohlen, wenn die Fingerbeugung so stark ist, dass Sie Ihren Alltag nicht mehr gut bewältigen können. Dabei wird das verdickte Gewebe unter der Haut entfernt. Die Operation ist meist sehr erfolgreich, erfordert aber eine Nachbehandlung mit Handtherapie. Die Entscheidung trifft der Handchirurg gemeinsam mit Ihnen.
Leben mit der Erkrankung
Solange die Finger noch gut beweglich sind, müssen Sie kaum Einschränkungen akzeptieren. Fällt Ihnen das Strecken eines Fingers schwer, können Sie Alltagshilfen nutzen, z. B. dickere Griffe an Besteck oder Werkzeug. Wichtig ist, dass Sie die Hand nicht übermäßig belasten, aber auch nicht schonen, wenn es nicht nötig ist.
Tipps für den Alltag
- Hören Sie mit dem Rauchen auf – das verbessert die Durchblutung und kann den Verlauf günstig beeinflussen.
- Reduzieren Sie übermäßigen Alkoholkonsum.
- Bewegen Sie Ihre Finger regelmäßig durch sanftes Strecken und Beugen.
- Vermeiden Sie dauerhaften Druck auf die Handfläche (z. B. langes Fahrradfahren ohne Handschuhe).
Ernährung und Bewegung
Eine spezielle Diät gibt es nicht. Ausgewogene Ernährung ist immer gut. Bewegung an der frischen Luft und moderate Handübungen (z. B. mit einem weichen Ball kneten) können die Beweglichkeit fördern. Besprechen Sie konkrete Übungen mit einem Physiotherapeuten oder Handtherapeuten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die zunehmende Krümmung der Finger kann belasten, vor allem, wenn Sie sich im Beruf oder im sozialen Leben eingeschränkt fühlen. Es ist normal, sich manchmal unsicher oder frustriert zu fühlen. Ein offenes Gespräch mit Ihrem Arzt oder einer psychologischen Beratungsstelle kann helfen.
Vorbeugung
Eine sichere Vorbeugung gibt es nicht, da die Veranlagung vererbt wird. Sie können jedoch Risikofaktoren wie Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum meiden. Darüber hinaus gibt es keine wissenschaftlich nachgewiesenen Maßnahmen, um die Erkrankung zu verhindern.
Komplikationen
Unbehandelt
- Fortschreitende Bewegungseinschränkung der Finger
- Zunehmende Beeinträchtigung von alltäglichen Tätigkeiten wie Händewaschen, Anziehen oder Greifen
- In sehr seltenen Fällen kann es durch die Fehlstellung zu Druckstellen oder Gelenkproblemen (Kontrakturen) kommen
Langzeitprognose
Die Dupuytren-Kontraktur ist nicht gefährlich und beeinträchtigt nicht die Lebenserwartung. Mit einer rechtzeitigen Behandlung kann die Handfunktion in den meisten Fällen wiederhergestellt oder deutlich verbessert werden. Auch wenn die Stränge manchmal wiederkommen, stehen wirksame und wenig belastende Therapien zur Verfügung. Viele Menschen kommen mit der Erkrankung gut zurecht – sprechen Sie rechtzeitig mit Ihrem Arzt.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 27. Juli 2026
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