Unfruchtbarkeit bei Frauen: Ursachen, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Unfruchtbarkeit (Fertilitätsstörung) bedeutet, dass ein Paar nach einem Jahr regelmäßigen, ungeschützten Geschlechtsverkehrs nicht schwanger wird. Bei Frauen kann dies verschiedene Gründe haben, die die Eizellreifung, den Eisprung, die Eileiter oder die Gebärmutter betreffen.
Wichtige Fakten
- Unfruchtbarkeit betrifft etwa jedes 6. Paar im gebärfähigen Alter.
- In etwa der Hälfte der Fälle spielen Faktoren der Frau eine Rolle, oft aber auch des Mannes oder beide.
- Das Alter der Frau ist ein wichtiger Faktor: Die Fruchtbarkeit nimmt ab etwa 35 Jahren deutlich ab.
Ja, Unfruchtbarkeit ist relativ häufig. Etwa 10–15 % aller Paare haben Schwierigkeiten, auf natürlichem Wege schwanger zu werden.
Sie betrifft Frauen aller Herkunft, besonders aber solche über 35 Jahre. Auch Grunderkrankungen wie PCOS (polyzystisches Ovarialsyndrom) oder Endometriose erhöhen das Risiko.
Symptome
- Plötzliche starke Schmerzen im Unterleib
- Ohnmachtsanfall oder Kreislaufzusammenbruch
- Schwere vaginale Blutung (nicht im Rahmen der Regelblutung)
- ⚠Fieber mit Unterleibsschmerzen
- ⚠Starke Übelkeit oder Erbrechen mit Schmerzen
- ⚠Plötzliche, ungewöhnliche Schwellung im Bauch
Häufige Symptome
- Keine Schwangerschaft nach einem Jahr regelmäßigen, ungeschützten Geschlechtsverkehrs
- Unregelmäßige oder ausbleibende Monatsblutung
- Schmerzen oder Krämpfe im Unterleib (z. B. bei Endometriose)
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei Frauen über 35 Jahren verkürzt sich die Zeitspanne bis zum Eintritt einer Schwangerschaft; nach 6 Monaten erfolgloser Versuche sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.
Ursachen
Hauptursachen
- Störungen des Eisprungs (z. B. durch PCOS oder Schilddrüsenprobleme)
- Verstopfte oder beschädigte Eileiter (z. B. nach Infektionen oder Operationen)
- Endometriose (Gewebe ähnlich der Gebärmutterschleimhaut wächst außerhalb der Gebärmutter)
- Myome (gutartige Muskeltumore in der Gebärmutter)
- Hormonelle Störungen (z. B. hohes Prolaktin, frühe Wechseljahre)
Risikofaktoren
- Fortgeschrittenes Alter der Frau (ab 35 Jahren)
- Übergewicht oder starkes Untergewicht
- Rauchen, hoher Alkoholkonsum
- Stress und Schichtarbeit
- Bestimmte Grunderkrankungen (z. B. Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Plötzliche starke Unterleibsschmerzen
- Starke Blutungen außerhalb der Regel
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie unter 35 sind und nach einem Jahr ungeschütztem Geschlechtsverkehr nicht schwanger geworden sind
- Wenn Sie über 35 sind und nach 6 Monaten erfolglosen Bemühungen
- Wenn Sie unregelmäßige oder ausbleibende Perioden haben
Diagnose
Die Abklärung beginnt mit einem ausführlichen Gespräch über Ihre Krankengeschichte, den Zyklus und bisherige Versuche. Es folgen körperliche Untersuchungen und gezielte Tests.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung zur Hormonbestimmung (z. B. FSH, LH, Östradiol)
- Ultraschall der Gebärmutter und Eierstöcke
- Eileiterdurchgängigkeitsprüfung (Hysterosalpingografie)
- Bauchspiegelung (Laparoskopie), wenn Endometriose oder Verwachsungen vermutet werden
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist ambulant und dauern einige Wochen. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin bespricht die Ergebnisse mit Ihnen und schlägt bei Bedarf nächste Schritte vor. Auch der Partner sollte mituntersucht werden.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Ursache ab. Sie kann von einfachen Maßnahmen bis zu speziellen Verfahren reichen. In Deutschland orientiert man sich an den Leitlinien der AWMF.
Selbsthilfe zu Hause
- Gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung, um ein normales Gewicht zu erreichen
- Verzicht auf Rauchen und übermäßigen Alkohol
- Stressreduktion durch Entspannungstechniken oder Beratung
- Zyklusbeobachtung (Temperatur, Zervixschleim) zur Bestimmung der fruchtbaren Tage
Medizinische Behandlungen
Bei Eisprungstörungen können Medikamente eingesetzt werden, die die Eizellreifung fördern (sogenannte Ovulationsauslöser). Bei verstopften Eileitern oder Endometriose kann ein operativer Eingriff helfen. In manchen Fällen kommen Verfahren wie die künstliche Befruchtung (In-vitro-Fertilisation, IVF) infrage, bei der Eizellen entnommen und im Labor befruchtet werden. Ihr Arzt bespricht mit Ihnen, welche Option für Sie geeignet ist.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kann zum Beispiel bei verstopften Eileitern, Myomen oder Endometriosehelfen. Auch bei Zysten oder Verwachsungen im Bauchraum kann ein chirurgischer Eingriff die Fruchtbarkeit verbessern.
Leben mit der Erkrankung
Unfruchtbarkeit kann emotional belastend sein. Viele Frauen und Paare fühlen sich traurig, frustriert oder unter Druck. Es ist wichtig, sich Zeit für Gespräche mit dem Partner oder einer vertrauten Person zu nehmen.
Tipps für den Alltag
- Sorgen Sie für ausreichend Schlaf und Entspannung
- Treiben Sie gemäßigte Bewegung, aber übertreiben Sie es nicht (z. B. Spaziergänge, Yoga)
- Vermeiden Sie übermäßigen Stress – gönnen Sie sich Pausen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten unterstützt die Fruchtbarkeit. Regelmäßige, aber nicht zu intensive Bewegung (z. B. 30 Minuten Gehen am Tag) ist förderlich.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Unfruchtbarkeit kann Traurigkeit, Schuldgefühle und Angstzustände auslösen. Viele Paare erleben eine emotionale Achterbahn. Es ist völlig normal, sich Hilfe zu holen – bei einem Psychologen, einer Beratungsstelle oder in Selbsthilfegruppen.
Vorbeugung
Nicht jede Form von Unfruchtbarkeit ist vermeidbar. Aber ein gesunder Lebensstil, der Verzicht auf Rauchen und ein normales Körpergewicht können das Risiko senken. Auch die frühzeitige Behandlung von Grunderkrankungen wie Schilddrüsenproblemen hilft.
Impfungen
Eine Impfung gegen Röteln ist vor einer Schwangerschaft wichtig, da eine Rötelninfektion während der Schwangerschaft zu Fehlbildungen führen kann. Lassen Sie Ihren Impfstatus vom Arzt überprüfen.
Früherkennungsprogramme
Ein regelmäßiger Frauenarztbesuch (jährlich) kann Zyklusstörungen oder andere Auffälligkeiten frühzeitig erkennen lassen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Bei unbehandelten Grunderkrankungen (z. B. PCOS) können sich Zyklusstörungen verschlimmern
- Endometriose kann fortschreiten und Schmerzen sowie weitere Unfruchtbarkeit verursachen
- Verstopfte Eileiter können zu einer Eileiterschwangerschaft führen, ein medizinischer Notfall
Langzeitprognose
Die meisten Ursachen weiblicher Unfruchtbarkeit sind heute behandelbar. Viele Paare erreichen mit modernen Methoden eine Schwangerschaft. Auch wenn der Weg manchmal lang ist – geben Sie die Hoffnung nicht auf und suchen Sie sich Unterstützung. Die Medizin hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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