High Cholesterol
Verwendete Quellen
Dieser Artikel ist ein originaler Inhalt zur Patientenaufklärung.
- WHO—Health topics A–Z(2024)
- NHS—Health A to Z(2024)
- CDC—Health topics(2024)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Hohe Cholesterinwerte bedeuten: Im Blut sind bestimmte Blutfette erhöht. Cholesterin ist ein fettähnlicher Stoff, den der Körper braucht, zum Beispiel für Zellen und Hormone. Zu viel davon, besonders LDL-Cholesterin, kann sich aber in Blutgefäßen ablagern. LDL wird oft „schlechtes“ Cholesterin genannt, weil es Ablagerungen fördern kann. HDL wird oft „gutes“ Cholesterin genannt, weil es Cholesterin aus dem Blut zurück zur Leber bringen kann. Hohe Werte machen meist keine Beschwerden, können aber langfristig das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Durchblutungsstörungen erhöhen.
Wichtige Fakten
- Hohe Cholesterinwerte merkt man meistens nicht. Sie werden oft nur durch eine Blutuntersuchung entdeckt.
- Ernährung, Bewegung, Körpergewicht, Rauchen, andere Erkrankungen und Vererbung können eine Rolle spielen.
- Mit einem passenden Behandlungsplan lassen sich Cholesterinwerte und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oft deutlich verbessern.
Ja. Erhöhte Blutfettwerte sind in Deutschland häufig, besonders mit zunehmendem Alter. Viele Menschen wissen lange nichts davon, weil sie keine Beschwerden haben.
Hohe Cholesterinwerte können Erwachsene jeden Alters betreffen. Auch Kinder und Jugendliche können betroffen sein, vor allem wenn eine vererbte Form in der Familie vorkommt. Das Risiko steigt bei familiärer Vorbelastung, wenig Bewegung, Rauchen, starkem Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck oder bestimmten Erkrankungen der Schilddrüse, Leber oder Nieren.
Symptome
- Rufen Sie sofort 112, wenn starke Schmerzen, Druck oder Enge in der Brust auftreten, besonders wenn sie in Arm, Rücken, Hals, Kiefer oder Oberbauch ausstrahlen.
- Rufen Sie sofort 112 bei plötzlicher Atemnot, kaltem Schweiß, Übelkeit, starker Schwäche oder Ohnmacht zusammen mit Brustbeschwerden.
- Rufen Sie sofort 112 bei Anzeichen eines Schlaganfalls: plötzlich hängender Mundwinkel, Lähmung oder Taubheit auf einer Körperseite, Sprach- oder Sehstörungen, starker Schwindel oder plötzlich sehr starke Kopfschmerzen.
- Rufen Sie sofort 112 bei plötzlichen starken Schmerzen, Kälte, Blässe oder Taubheit in einem Arm oder Bein.
- ⚠Suchen Sie noch am selben Tag ärztliche Hilfe, wenn neue Brustschmerzen, ungewohnte Atemnot oder starke Leistungsschwäche auftreten, auch wenn die Beschwerden wieder weggehen.
- ⚠Suchen Sie zeitnah ärztliche Hilfe, wenn Sie Beinschmerzen beim Gehen bekommen, die in Ruhe besser werden.
- ⚠Lassen Sie sichtbare gelbliche Ablagerungen an Haut oder Sehnen ärztlich abklären, besonders bei familiärer Vorbelastung.
Häufige Symptome
- Meist keine spürbaren Beschwerden.
- Manche Menschen erfahren erst durch eine Blutuntersuchung von erhöhten Werten.
- Selten können gelbliche Fettablagerungen an Haut oder Sehnen auftreten, zum Beispiel an Augenlidern, Händen oder Achillessehnen. Das sollte ärztlich abgeklärt werden.
Symptome bei Kindern
- Kinder haben meistens keine Beschwerden.
- Ein Hinweis kann sein, wenn Eltern, Geschwister oder Großeltern sehr hohe Cholesterinwerte haben oder früh einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten.
- Selten können sichtbare Fettablagerungen an Haut oder Sehnen auftreten.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Auch ältere Erwachsene merken hohe Cholesterinwerte oft nicht direkt.
- Beschwerden entstehen eher durch Folgen wie verengte Blutgefäße, zum Beispiel Schmerzen in der Brust bei Belastung oder Schmerzen in den Beinen beim Gehen.
- Da oft weitere Risikofaktoren dazukommen, zum Beispiel Bluthochdruck oder Diabetes, ist eine regelmäßige ärztliche Kontrolle besonders wichtig.
Ursachen
Hauptursachen
- Vererbung: Manche Menschen haben von Geburt an eine starke Neigung zu hohen Cholesterinwerten.
- Ernährung: Viele stark verarbeitete Lebensmittel, viel tierisches Fett, häufige süße Getränke oder wenig Ballaststoffe können ungünstig sein.
- Zu wenig Bewegung: Regelmäßige Bewegung hilft dem Körper, Blutfette besser zu steuern.
- Übergewicht, besonders Bauchfett, kann die Blutfettwerte verschlechtern.
- Rauchen kann Blutgefäße schädigen und das Herz-Kreislauf-Risiko erhöhen.
- Andere Erkrankungen wie Diabetes, eine Schilddrüsenunterfunktion, Nieren- oder Lebererkrankungen können Blutfette erhöhen.
- Manche medizinische Behandlungen oder Lebensphasen, zum Beispiel Schwangerschaft oder Wechseljahre, können die Werte beeinflussen. Das sollte ärztlich eingeordnet werden.
Risikofaktoren
- Herzinfarkt, Schlaganfall oder sehr hohe Cholesterinwerte bei nahen Verwandten, besonders in jüngerem Alter.
- Bluthochdruck.
- Diabetes oder erhöhte Blutzuckerwerte.
- Rauchen.
- Wenig körperliche Aktivität.
- Starkes Übergewicht.
- Ungünstige Ernährung über längere Zeit.
- Höheres Alter.
- Bereits bekannte Erkrankungen von Herz, Gehirngefäßen oder Beinarterien.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Brustschmerzen, Atemnot, plötzlicher Schwäche, Sprachstörungen, Lähmungszeichen oder anderen Warnzeichen: sofort 112 rufen.
- Bei neuen oder zunehmenden Beschwerden bei Belastung, zum Beispiel Druck in der Brust oder Schmerzen in den Beinen beim Gehen: am selben Tag ärztlich abklären lassen.
- Wenn sehr hohe Cholesterinwerte gemessen wurden oder mehrere nahe Verwandte früh Herz-Kreislauf-Erkrankungen hatten: zeitnah einen Termin vereinbaren.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Lassen Sie Ihre Blutfettwerte im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen prüfen, besonders wenn Risikofaktoren vorliegen.
- Vereinbaren Sie einen Termin, wenn Sie wissen möchten, wie hoch Ihr persönliches Herz-Kreislauf-Risiko ist.
- Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie Ihre Ernährung, Bewegung oder Ihr Gewicht verändern möchten und Unterstützung brauchen.
Diagnose
Hohe Cholesterinwerte werden durch eine Blutuntersuchung festgestellt. Dabei wird nicht nur ein einzelner Wert betrachtet. Ärztinnen und Ärzte schauen auf verschiedene Blutfette und auf das gesamte Risiko für Herz und Gefäße. Dazu gehören zum Beispiel Alter, Blutdruck, Rauchen, Diabetes, Familiengeschichte und bereits bekannte Erkrankungen. In Deutschland orientieren sich Fachleute dabei unter anderem an medizinischen Leitlinien, zum Beispiel von Fachgesellschaften und der AWMF.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung der Blutfette: Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin und Triglyzeride. Triglyzeride sind eine weitere Form von Blutfett.
- Blutzuckerwerte, um Hinweise auf Diabetes oder Vorstufen zu erkennen.
- Kontrolle von Blutdruck, Gewicht und Bauchumfang.
- Bluttests für Schilddrüse, Leber oder Nieren, wenn eine andere Ursache möglich ist.
- Bei starker familiärer Vorbelastung können besondere Untersuchungen oder eine Beratung zu vererbten Formen sinnvoll sein.
- Wenn Beschwerden oder ein hohes Risiko bestehen, können Untersuchungen von Herz oder Blutgefäßen folgen, zum Beispiel ein EKG. Ein EKG zeichnet die elektrische Aktivität des Herzens auf.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Für die Blutabnahme wird meist Blut aus einer Armvene entnommen. Manchmal ist es wichtig, vorher nichts zu essen; oft kann die Untersuchung aber auch ohne langes Nüchternsein erfolgen. Ihre Praxis sagt Ihnen, was für Ihren Termin gilt. Danach bespricht die Ärztin oder der Arzt die Werte mit Ihnen und erklärt, ob Lebensstiländerungen, weitere Kontrollen oder eine medizinische Behandlung sinnvoll sind.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nicht nur nach dem Cholesterinwert, sondern nach Ihrem gesamten Herz-Kreislauf-Risiko. Ziel ist, Blutgefäße zu schützen und das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall zu senken. Der Plan kann aus Ernährung, Bewegung, Rauchstopp, Behandlung anderer Erkrankungen und manchmal cholesterinsenkenden Medikamenten bestehen. Bitte treffen Sie Behandlungsentscheidungen immer gemeinsam mit einer qualifizierten Ärztin oder einem qualifizierten Arzt.
Selbsthilfe zu Hause
- Essen Sie häufiger Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Nüsse und Samen, wenn Sie diese gut vertragen.
- Wählen Sie öfter pflanzliche Öle und ungesättigte Fette statt vieler tierischer Fette.
- Reduzieren Sie stark verarbeitete Lebensmittel, frittierte Speisen, süße Getränke und große Mengen an Wurstwaren.
- Bewegen Sie sich regelmäßig. Schon zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen kann helfen, wenn es zu Ihrem Gesundheitszustand passt.
- Wenn Sie rauchen: Holen Sie sich Unterstützung beim Rauchstopp. Das schützt die Blutgefäße sehr.
- Achten Sie auf ausreichend Schlaf und versuchen Sie, Stress regelmäßig abzubauen.
- Nehmen Sie Kontrolltermine wahr, damit Sie sehen können, ob die Maßnahmen wirken.
Medizinische Behandlungen
Wenn Lebensstiländerungen allein nicht ausreichen oder das persönliche Risiko höher ist, können Ärztinnen und Ärzte cholesterinsenkende Medikamente empfehlen. Es gibt verschiedene Wirkprinzipien, die zum Beispiel die Bildung, Aufnahme oder den Abbau von Cholesterin beeinflussen. Welche Behandlung passt, hängt von Ihren Blutwerten, Begleiterkrankungen, Ihrem Risiko und möglichen Nebenwirkungen ab. Setzen Sie verordnete Mittel nicht eigenständig ab und ändern Sie nichts ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation behandelt hohe Cholesterinwerte selbst in der Regel nicht. Eingriffe können aber nötig werden, wenn es bereits zu schweren Gefäßverengungen oder Durchblutungsstörungen gekommen ist. Ob das notwendig ist, entscheidet ein spezialisiertes Behandlungsteam nach gründlicher Untersuchung.
Leben mit der Erkrankung
Mit hohen Cholesterinwerten kann man meist gut leben, wenn man die Werte kennt und regelmäßig kontrolliert. Kleine, dauerhafte Änderungen sind oft wirksamer als strenge Regeln, die man nur kurz durchhält. Ein realistischer Plan passt zu Ihrem Alltag, Ihrer Familie, Ihrem Budget und Ihren Vorlieben.
Tipps für den Alltag
- Planen Sie einfache Mahlzeiten vor, damit gesunde Entscheidungen leichter werden.
- Bauen Sie Bewegung in den Alltag ein, zum Beispiel Treppensteigen, Spaziergänge oder Wege mit dem Fahrrad.
- Setzen Sie sich kleine Ziele, zum Beispiel eine zusätzliche Portion Gemüse am Tag oder mehrere kurze Bewegungseinheiten pro Woche.
- Bitten Sie Familie oder Freunde um Unterstützung, wenn Sie Essgewohnheiten oder Rauchverhalten ändern möchten.
- Lassen Sie andere Risikofaktoren wie Blutdruck und Blutzucker regelmäßig prüfen.
Ernährung und Bewegung
Eine herzfreundliche Ernährung bedeutet nicht Verzicht auf alles, was schmeckt. Gut sind oft einfache Grundregeln: mehr pflanzliche Lebensmittel, mehr Ballaststoffe, weniger stark verarbeitete Produkte und weniger Lebensmittel mit vielen gesättigten Fetten. Ballaststoffe sind unverdauliche Pflanzenbestandteile, die unter anderem die Verdauung unterstützen. Bewegung hilft zusätzlich, Blutdruck, Gewicht, Blutzucker und Blutfette zu verbessern. Wenn Sie Herzbeschwerden, Gelenkprobleme oder andere Erkrankungen haben, besprechen Sie vorher, welche Bewegung sicher ist.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Es kann belasten, wenn man erfährt, dass ein Gesundheitsrisiko besteht. Manche Menschen fühlen sich schuldig oder überfordert. Bitte denken Sie daran: Hohe Cholesterinwerte haben viele Ursachen, und niemand muss alles perfekt machen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder einer Beratungsstelle, wenn Sorgen, Stress oder Niedergeschlagenheit anhalten. Wenn Sie in einer akuten seelischen Krise sind oder Angst haben, sich etwas anzutun, holen Sie sofort Hilfe: Rufen Sie 112 oder wenden Sie sich an eine Krisenhilfe.
Vorbeugung
Nicht alle Fälle lassen sich verhindern, besonders wenn Vererbung eine große Rolle spielt. Viele Menschen können ihr Risiko aber senken: durch Nichtrauchen, regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, gesundes Körpergewicht und gute Behandlung von Blutdruck, Diabetes oder anderen Erkrankungen.
Impfungen
Impfungen senken Cholesterin nicht direkt. Sie können aber helfen, schwere Infektionen zu vermeiden, die den Körper und das Herz belasten können. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, welche Impfungen für Sie sinnvoll sind.
Früherkennungsprogramme
Regelmäßige Kontrollen der Blutfette sind wichtig, besonders bei familiärer Vorbelastung, Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen, Übergewicht oder bereits bekannten Herz-Kreislauf-Erkrankungen. In Deutschland können Vorsorgeuntersuchungen in der Hausarztpraxis ein guter Anlass sein, die Werte und das persönliche Risiko zu besprechen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ablagerungen in den Blutgefäßen. Das nennt man Arteriosklerose, also eine Verhärtung und Verengung der Arterien.
- Erhöhtes Risiko für Herzinfarkt.
- Erhöhtes Risiko für Schlaganfall.
- Durchblutungsstörungen in den Beinen, die Schmerzen beim Gehen verursachen können.
- Bei vererbten sehr hohen Werten können Herz-Kreislauf-Probleme schon früher im Leben auftreten.
Langzeitprognose
Die Aussichten sind oft gut, wenn erhöhte Werte erkannt und passend behandelt werden. Viele Menschen können ihre Werte und ihr Risiko durch Alltagsschritte und, wenn nötig, medizinische Behandlung deutlich verbessern. Wichtig sind regelmäßige Kontrollen und ein Plan, der zu Ihnen passt.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.