Trockene Makuladegeneration
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die trockene Makuladegeneration (auch altersbedingte Makuladegeneration, kurz AMD) ist eine Augenerkrankung, bei der der schärfste Bereich der Netzhaut, die Makula, allmählich dünner wird und abstirbt. Das führt zu einem langsamen Verlust der Sehkraft in der Mitte des Gesichtsfeldes. Die Krankheit tritt vor allem im höheren Alter auf.
Wichtige Fakten
- Die trockene Form ist die häufigste Form der Makuladegeneration (etwa 85–90 % aller Fälle).
- Sie schreitet meist langsam über Jahre voran.
- Sie führt nicht zur völligen Erblindung, da das periphere (seitliche) Sehen erhalten bleibt.
Ja, die trockene Makuladegeneration ist eine der häufigsten Augenerkrankungen bei Menschen über 60 Jahren. In Deutschland sind schätzungsweise mehrere Millionen Menschen betroffen.
Sie betrifft fast ausschließlich ältere Menschen, besonders über 65 Jahre. Raucher und Menschen mit einer familiären Vorbelastung haben ein höheres Risiko.
Symptome
- Plötzlicher, massiver Sehverlust auf einem Auge (wie ein Vorhang, der sich senkt)
- Plötzliche, starke Augenschmerzen
- Blitze oder Lichtblitze im Sichtfeld
- Ein plötzlicher Schatten oder Fleck, der sich ausbreitet
- ⚠Schnelle Verschlechterung des Sehens innerhalb weniger Tage oder Wochen
- ⚠Verzerrtes Sehen (gerade Linien erscheinen wellig)
- ⚠Neue oder sich verändernde dunkle Flecken im Sichtfeld
Häufige Symptome
- Verschwommenes Sehen in der Mitte des Gesichtsfeldes
- Schwierigkeiten beim Lesen oder Erkennen von Gesichtern
- Das Gefühl, dass Farben blasser oder weniger leuchtend wirken
- Erhöhte Lichtempfindlichkeit oder das Bedürfnis nach hellerem Licht beim Lesen
- Graue oder leere Flecken im zentralen Sehbereich
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Die typischen Symptome treten bei älteren Erwachsenen auf, können aber zunächst sehr mild sein und erst bei fortgeschrittener Erkrankung störend werden.
- Viele Betroffene bemerken eine langsame Verschlechterung der Lesefähigkeit oder Schwierigkeiten beim Autofahren bei Nacht.
Ursachen
Hauptursachen
- Der genaue Mechanismus ist noch nicht vollständig geklärt. Man geht von einer Kombination aus Alterung, genetischer Veranlagung und Umwelteinflüssen aus.
- Im Auge lagern sich bei der trockenen AMD kleine Ablagerungen (Drusen) unter der Netzhaut ab, die die Makula schädigen und zum Zelltod führen.
Risikofaktoren
- Alter (das Risiko steigt ab 60 Jahren deutlich)
- Rauchen – einer der stärksten beeinflussbaren Risikofaktoren
- Übergewicht und Bluthochdruck
- Ungesunde Ernährung (wenig Obst und Gemüse)
- Familiäre Belastung (nahe Verwandte mit AMD)
- Helle Augen (blaue oder grüne Iris) können das Risiko erhöhen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen Sehveränderungen, wie oben beschrieben (Notfall).
- Wenn Sie neue Verzerrungen oder Flecken im Sichtfeld bemerken.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Regelmäßige Augenuntersuchungen ab dem 60. Lebensjahr, auch ohne Beschwerden.
- Wenn Sie erste Anzeichen wie verschwommenes Lesen oder mehr Lichtbedarf bemerken.
- Nach Empfehlung des Augenarztes (in der Regel jährlich bei Risikopatienten).
Diagnose
Die Diagnose einer trockenen Makuladegeneration wird durch eine augenärztliche Untersuchung gestellt. Der Arzt oder die Ärztin schaut sich die Netzhaut genau an und führt spezielle Tests durch.
Mögliche Untersuchungen
- Sehtest (Visusbestimmung) – um die Sehschärfe zu messen
- Amsler-Gitter-Test – ein einfacher Test, mit dem Verzerrungen und blinde Flecken erkannt werden
- Spaltlampenuntersuchung – der Arzt betrachtet den Augenhintergrund durch ein Mikroskop
- Optische Kohärenztomographie (OCT) – eine schmerzlose Aufnahme, die die Netzhautschichten detailgenau darstellt
- Gesichtsfelduntersuchung – prüft das periphere Sehen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind schmerzlos und dauern etwa 30 Minuten bis eine Stunde. Sie müssen meist mit weitgetropften Pupillen rechnen. Das Sehen ist danach für einige Stunden verschwommen oder blendempfindlich – Sie sollten deshalb nicht selbst Auto fahren.
Behandlung
Eine Heilung der trockenen Makuladegeneration ist derzeit nicht möglich. Die Behandlung zielt darauf ab, das Fortschreiten zu verlangsamen, die Lebensqualität zu erhalten und die verbliebene Sehkraft bestmöglich zu nutzen.
Selbsthilfe zu Hause
- Gut beleuchtete Umgebungen schaffen
- Vergrößernde Sehhilfen nutzen (z. B. Lupen, Bildschirmlesegeräte)
- Kontrastreiche Einstellungen an Bildschirmen und Lesegeräten
- Den Arzt nach einer Überweisung zur Sehberatung oder Low-Vision-Beratung fragen
Medizinische Behandlungen
Bei der trockenen AMD können bestimmte Nahrungsergänzungsmittel mit Vitaminen, Antioxidantien und Spurenelementen (z. B. nach der AREDS2-Studie) das Fortschreiten in einem frühen bis mittleren Stadium verlangsamen. Ihr Augenarzt kann Sie beraten, ob eine solche Nahrungsergänzung für Sie geeignet ist. Für die fortgeschrittene trockene AMD (geografische Atrophie) sind in einigen Ländern Medikamente zugelassen, die eine Verlangsamung des Fortschreitens bewirken können. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die aktuellen Behandlungsmöglichkeiten.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei der trockenen Makuladegeneration in der Regel nicht indiziert. Bei manchen Patienten mit einer Mischform (trocken und feucht) kann eine Injektionsbehandlung infrage kommen, die dann vom Augenarzt besprochen wird.
Leben mit der Erkrankung
Leben mit trockener Makuladegeneration erfordert einige Anpassungen, aber die meisten Betroffenen können ihren Alltag gut bewältigen. Nutzen Sie Hilfsmittel wie Lupen, sprechende Uhren oder Apps mit großen Schaltflächen. Planen Sie Ihre Wege gut und vermeiden Sie Nachtfahrten, wenn Sie unsicher sind.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen – Rauchen beschleunigt die AMD deutlich.
- Schützen Sie Ihre Augen vor starker Sonne (Sonnenbrille mit UV-Schutz).
- Regelmäßige Bewegung und gesunde Ernährung unterstützen die Augengesundheit.
- Gute Illumination in allen Räumen (helle Beleuchtung, keine starken Schatten).
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel grünem Blattgemüse (Spinat, Grünkohl), buntem Obst und Gemüse sowie Fisch kann sich günstig auswirken. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine mediterrane Kost. Regelmäßige leichte Bewegung (Spaziergänge, Gymnastik) fördert die Durchblutung, auch der Augen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Der Verlust der Sehkraft kann belastend sein und zu Traurigkeit, Ängsten oder Niedergeschlagenheit führen. Es ist wichtig, diese Gefühle ernst zu nehmen. Suchen Sie sich bei Bedarf psychologische Unterstützung oder tauschen Sie sich in Selbsthilfegruppen aus. Sie sind nicht allein.
Vorbeugung
Eine vollständige Verhinderung der trockenen Makuladegeneration ist nicht möglich, aber das Risiko kann durch einen gesunden Lebensstil gesenkt werden: Nicht rauchen, gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und normales Körpergewicht. Auch regelmäßige Augenuntersuchungen helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein routinemäßiges Screening der Bevölkerung nach aktuellen Leitlinien (AWMF). Ab einem Alter von 60 Jahren oder bei familiärer Belastung ist eine regelmäßige augenärztliche Kontrolle jedoch empfehlenswert.
Komplikationen
Unbehandelt
- Fortschreiten der Makulaschädigung bis zur geografischen Atrophie (größere, scharf begrenzte Narbenbereiche)
- Zunehmende Einschränkung beim Lesen, Erkennen von Gesichtern und bei feinen Arbeiten
- Erhöhte Sturzgefahr durch unsicheres Sehen
- In seltenen Fällen kann eine feuchte AMD entstehen, die schneller zu schwerem Sehverlust führt
Langzeitprognose
Auch wenn die trockene Makuladegeneration nicht heilbar ist, muss sie nicht zwingend zur völligen Erblindung führen. Viele Betroffene behalten ein nutzbares peripheres Sehen und können mit Hilfsmitteln und Anpassungen ein erfülltes Leben führen. Die Forschung macht Fortschritte, und es gibt immer mehr Therapieansätze. Wichtig ist, die Erkrankung früh zu erkennen und aktiv zu begleiten.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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