Mumps
Verwendete Quellen
Dieser Artikel ist ein originaler Inhalt zur Patientenaufklärung.
- WHO—Health topics A–Z(2024)
- NHS—Health A to Z(2024)
- CDC—Health topics(2024)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Mumps ist eine ansteckende Viruskrankheit, die vor allem die Ohrspeicheldrüsen anschwellen lässt – das sind Speicheldrüsen unter den Ohren, die dann wie dicke Backen aussehen. Die Krankheit wird durch das Mumpsvirus verursacht und verbreitet sich durch Husten, Niesen oder direkten Kontakt.
Wichtige Fakten
- Mumps wird durch das Mumpsvirus verursacht, das über Tröpfchen aus Nase oder Mund übertragen wird.
- Die meisten Erkrankungen verlaufen mild, aber Komplikationen können auftreten, besonders bei Erwachsenen.
- Die MMR-Impfung (Masern-Mumps-Röteln) schützt zuverlässig vor Mumps und ist in Deutschland empfohlen.
Dank der Impfung ist Mumps in Deutschland selten geworden. Allerdings kommt es immer wieder zu Ausbrüchen in Gemeinschaften mit niedriger Impfquote.
Betroffen sind vor allem ungeimpfte Kinder zwischen 5 und 15 Jahren. Auch Erwachsene ohne Impfung oder durchgemachte Erkrankung können sich anstecken und haben dann häufiger schwere Verläufe.
Symptome
- Starke Kopfschmerzen mit Nackensteifigkeit (Können Anzeichen einer Hirnhautentzündung sein)
- Krampfanfälle oder plötzliche Verwirrtheit
- Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit
- ⚠Sehr hohes Fieber, das nicht sinkt
- ⚠Starke Schmerzen im Bauch oder Hodensack
- ⚠Schluckbeschwerden oder Atemnot wegen der Schwellung
- ⚠Verschlechterung des Hörvermögens
Häufige Symptome
- Schwellung der Ohrspeicheldrüsen (Wangen werden dick, Ohren können abstehen)
- Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen
- Müdigkeit und Appetitlosigkeit
Symptome bei Kindern
- Beschwerden fallen oft geringer aus, manchmal treten gar keine Symptome auf.
- Bei Jungen kann eine Hodenentzündung auftreten (Orchitis), die Schmerzen und Schwellung im Hodensack verursacht.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Höheres Fieber und stärkere Schwellungen
- Höheres Risiko für Komplikationen wie Hirnhautentzündung (Meningitis) oder Hodenentzündung
Ursachen
Hauptursachen
- Infektion mit dem Mumpsvirus (Paramyxovirus).
- Übertragung durch Tröpfchen beim Husten, Niesen oder Sprechen, auch über direkten Kontakt mit Speichel.
Risikofaktoren
- Nicht-Impfung oder unvollständige Impfung (weniger als zwei MMR-Impfdosen)
- Enger Kontakt zu einer erkrankten Person in der Familie oder in Gemeinschaftseinrichtungen (Kita, Schule, Uni)
- Aufenthalt in Regionen mit Mumpsausbrüchen
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Medikamente oder Grunderkrankungen)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei starken Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit oder Bewusstseinsveränderungen – sofort den Notruf 112 wählen.
- Bei Atemnot oder Schluckbeschwerden sofort ärztliche Hilfe suchen.
- Bei starken Schmerzen im Bauch, Hoden oder Eierstöcken noch am selben Tag zum Arzt oder ins Krankenhaus.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie oder Ihr Kind geschwollene Wangen haben und Fieber bekommen, suchen Sie einen Arzt auf, um die Diagnose zu bestätigen.
- Wenn Sie Kontakt zu einer Person mit Mumps hatten und ungeimpft sind, lassen Sie sich ärztlich beraten.
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin stellt die Verdachtsdiagnose meist aufgrund der typischen Schwellung der Ohrspeicheldrüsen und der Krankengeschichte. Zur Bestätigung werden Laboruntersuchungen durchgeführt.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung: Nachweis von Antikörpern gegen Mumps (IgM) oder des Virus-Erbguts (PCR)
- Abstrich aus dem Rachen oder Urinprobe für einen PCR-Test
- Gelegentlich Lumbalpunktion bei Verdacht auf Hirnhautentzündung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird Ihre Symptome abfragen und die geschwollenen Stellen untersuchen. Falls nötig, wird er eine Blutprobe oder einen Abstrich nehmen. Die Ergebnisse liegen meist nach einigen Tagen vor. In der Zwischenzeit sollten Sie zu Hause bleiben, um andere nicht anzustecken.
Behandlung
Es gibt kein spezifisches Medikament gegen das Mumpsvirus. Die Behandlung zielt darauf ab, die Beschwerden zu lindern und Komplikationen zu vermeiden. Ihr Arzt wird Sie beraten, welche Maßnahmen für Sie geeignet sind.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel ruhen und ausreichend trinken (Wasser oder ungesüßte Tees).
- Schmerz- und fiebersenkende Mittel (wie vom Arzt empfohlen) einnehmen – achten Sie auf die richtige Dosierung und wenden Sie sich bei Fragen an Ihre Apotheke oder Ihren Arzt.
- Warme oder kühle Umschläge auf die geschwollenen Wangen legen, um die Schmerzen zu lindern.
- Saure oder scharf gewürzte Speisen meiden, da sie die Speichelproduktion anregen und die Schmerzen verstärken können.
- Weiche, breiige Nahrung bevorzugen.
Medizinische Behandlungen
Bei Komplikationen wie einer Hodenentzündung oder Hirnhautentzündung kann eine Behandlung im Krankenhaus nötig sein. Dann geben Ärzte entzündungshemmende Mittel oder Flüssigkeit über die Vene. In schweren Fällen kann eine engmaschige Überwachung erforderlich sein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Mumps in der Regel nicht nötig. Nur sehr selten, etwa bei einer massiven Hodenentzündung, die sich nicht bessert, kann ein kleiner chirurgischer Eingriff erwogen werden. Das entscheidet der Facharzt.
Leben mit der Erkrankung
Bleiben Sie zu Hause, solange die Schwellung besteht und mindestens fünf Tage nach Beginn der Schwellung. So verhindern Sie, dass andere angesteckt werden. Ruhen Sie sich aus und hören Sie auf Ihren Körper.
Tipps für den Alltag
- Vermeiden Sie engen Kontakt zu anderen Familienmitgliedern, besonders zu ungeimpften oder immungeschwächten Personen.
- Waschen Sie sich regelmäßig die Hände und niesen Sie in die Armbeuge.
- Planen Sie, dass die Erkrankung etwa 1–2 Wochen dauern kann.
Ernährung und Bewegung
Essen Sie weiche, leicht zu schluckende Speisen wie Suppen, Brei oder Joghurt. Meiden Sie Zitrusfrüchte und Essig, weil sie die Speichelproduktion anregen. Leichte Bewegung ist in Ordnung, wenn Sie sich fit fühlen; anstrengende Aktivitäten sollten Sie vermeiden.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Kranksein und Isolation können belastend sein. Es ist völlig normal, sich dann niedergeschlagen oder ängstlich zu fühlen. Sprechen Sie mit Freunden oder Familie – auch per Telefon oder Video. Wenn die Gedanken sehr schwer werden, holen Sie sich professionelle Hilfe.
Vorbeugung
Ja, die beste Vorbeugung ist die MMR-Impfung (Masern-Mumps-Röteln). Sie ist in Deutschland für alle Kinder empfohlen und kann auch im Erwachsenenalter nachgeholt werden.
Impfungen
Die MMR-Impfung wird zweimal verabreicht: die erste Dosis im Alter von 11–14 Monaten, die zweite im Alter von 15–23 Monaten (nach STIKO-Empfehlung). Eine Impfung schützt zuverlässig, dennoch kann es in seltenen Fällen zu Durchbruchsinfektionen kommen, die meist mild verlaufen.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein routinemäßiges Screening auf Mumps. Die Diagnose wird bei Verdacht auf Krankheitszeichen gestellt. Ein Nachweis von Antikörpern ist nur in besonderen Fällen sinnvoll, z. B. bei unklarem Impfstatus.
Komplikationen
Unbehandelt
- Hirnhautentzündung (Meningitis) – ist die häufigste Komplikation, verläuft aber meist mild.
- Hirnentzündung (Enzephalitis) – selten, aber schwerwiegend.
- Hodenentzündung (Orchitis) – bei Jungen und erwachsenen Männern; führt sehr selten zu Unfruchtbarkeit.
- Eierstockentzündung (Oophoritis) – bei Mädchen und Frauen; selten.
- Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) – äußert sich in starken Oberbauchschmerzen.
- Innenohrschwerhörigkeit – meist vorübergehend, kann selten dauerhaft sein.
Langzeitprognose
Die allermeisten Menschen erholen sich vollständig von Mumps, ohne dass bleibende Schäden zurückbleiben. Komplikationen treten häufiger bei Erwachsenen auf, lassen sich aber durch eine gute Begleitbehandlung meist gut in den Griff bekommen. Mit der Impfung ist das Risiko, überhaupt an Mumps zu erkranken, sehr gering – sie ist der beste Schutz.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
- Robert Koch-Institut (RKI) ↗ · Deutschland
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.