Pulmonary Embolism
Verwendete Quellen
Dieser Artikel ist ein originaler Inhalt zur Patientenaufklärung.
- WHO—Health topics A–Z(2024)
- NHS—Health A to Z(2024)
- CDC—Health topics(2024)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Lungenembolie ist ein medizinischer Notfall, bei dem ein Blutgerinnsel (ein Thrombus) eine Arterie in der Lunge verstopft. Dadurch gelangt nicht mehr genug Sauerstoff ins Blut – das kann lebensbedrohlich sein.
Wichtige Fakten
- Lungenembolie ist lebensbedrohlich und muss sofort behandelt werden – rufen Sie bei Verdacht immer den Notruf 112.
- Die häufigste Ursache ist eine tiefe Beinvenenthrombose – ein Blutgerinnsel, das aus dem Bein in die Lunge wandert.
- Risikofaktoren sind unter anderem Bewegungsmangel, Operationen, Rauchen und bestimmte Erkrankungen.
Lungenembolien kommen relativ häufig vor. In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 40 von 100.000 Menschen. Besonders oft sind ältere Erwachsene betroffen.
Die Erkrankung tritt vor allem bei Menschen über 60 Jahren auf. Aber auch jüngere Menschen können eine Lungenembolie bekommen – zum Beispiel nach langem Sitzen (etwa auf langen Flügen) oder nach Operationen.
Symptome
- Plötzliche schwere Atemnot, die nicht aufhört
- Starke Brustschmerzen, die in den Rücken oder Arm ausstrahlen können
- Ohnmacht oder das Gefühl, gleich ohnmächtig zu werden
- Blutiger Husten
- ⚠Anhaltende, aber nicht akute Atemnot
- ⚠Schmerzen im Brustkorb beim Atmen
- ⚠Schwellung, Schmerzen oder Wärmegefühl in einem Bein (Hinweis auf eine tiefe Beinvenenthrombose)
Häufige Symptome
- Plötzliche Atemnot
- Brustschmerzen, die sich beim tiefen Einatmen oder Husten verschlimmern
- Husten – manchmal mit blutigem Auswurf
- Schneller oder unregelmäßiger Herzschlag
- Schwindel oder Ohnmacht
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern sind die Symptome ähnlich wie bei Erwachsenen: plötzliche Atemnot, Brustschmerzen, Husten. Allerdings ist eine Lungenembolie im Kindesalter insgesamt sehr selten.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen können die Symptome unspezifischer sein – zum Beispiel plötzliche Verwirrtheit, starke Müdigkeit oder ein allgemeines Schwächegefühl. Auch ein plötzlicher Blutdruckabfall ist möglich.
Ursachen
Hauptursachen
- Ein Blutgerinnsel, das sich meist in den tiefen Beinvenen bildet (tiefe Beinvenenthrombose) und dann über den Blutkreislauf in die Lunge gelangt.
Risikofaktoren
- Lange Bettruhe oder langes Sitzen (z. B. auf Reisen)
- Operationen, besonders an Hüfte oder Knie
- Krebserkrankungen
- Übergewicht (Adipositas)
- Rauchen
- Schwangerschaft und die Zeit nach der Geburt
- Einnahme von Östrogen-haltigen Medikamenten (z. B. Antibabypille oder Hormonersatztherapie)
- Erbliche Gerinnungsstörungen (Thrombophilie)
- Frühere Thrombosen oder Lungenembolien
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlicher Atemnot oder starken Brustschmerzen
- Bei Husten mit blutigem Auswurf
- Bei einer plötzlichen Schwellung oder starken Schmerzen in einem Bein
- Bei Ohnmacht oder starkem Schwindel
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie anhaltende, leichtere Atemnot bemerken, ohne Notfallcharakter
- Wenn Sie bereits eine tiefe Beinvenenthrombose oder eine Lungenembolie hatten und eine neue Behandlung brauchen
- Bevor Sie eine lange Reise antreten, wenn Sie Risikofaktoren haben
Diagnose
Der Arzt stellt die Diagnose anhand Ihrer Symptome, einer körperlichen Untersuchung und spezieller Tests. Meist beginnt die Abklärung im Krankenhaus, weil eine Lungenembolie ein Notfall ist.
Mögliche Untersuchungen
- Bluttest auf D-Dimere (ein Abbauprodukt von Blutgerinnseln)
- Computertomographie (CT) der Lunge mit Kontrastmittel – das ist das wichtigste bildgebende Verfahren
- Ultraschall der Beinvenen (Duplexsonographie), um ein Gerinnsel im Bein zu finden
- EKG (Elektrokardiogramm) – es zeigt, ob das Herz belastet ist
- Blutgasanalyse – misst den Sauerstoffgehalt im Blut
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Zuerst werden Sie ausführlich befragt und körperlich untersucht. Danach folgen meist der Bluttest und eine CT-Untersuchung. Die CT ist schmerzfrei, aber Sie bekommen ein Kontrastmittel über eine Vene. Die gesamte Diagnose dauert in der Regel nur wenige Stunden.
Behandlung
Die Behandlung einer Lungenembolie beginnt sofort, meist im Krankenhaus. Ziel ist es, das Gerinnsel aufzulösen oder zu entfernen und die Bildung neuer Gerinnsel zu verhindern.
Selbsthilfe zu Hause
- Nach der Akutbehandlung ist leichte Bewegung wichtig – aber nur nach Absprache mit Ihrem Arzt.
- Tragen Sie Kompressionsstrümpfe, wenn Ihr Arzt sie verordnet hat.
- Trinken Sie ausreichend Wasser, um das Blut flüssig zu halten.
- Vermeiden Sie langes Sitzen oder Stehen ohne Unterbrechung.
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung erfolgt meist mit Medikamenten, die die Blutgerinnung hemmen – sogenannte Antikoagulanzien. Sie verhindern, dass sich neue Gerinnsel bilden. In schweren Fällen wird eine Thrombolyse durchgeführt: Dabei wird ein Medikament gegeben, das das Gerinnsel direkt auflöst. Manchmal ist auch ein Kathetereingriff oder eine Operation nötig.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation (Embolektomie) kommt nur in sehr schweren Fällen infrage, wenn das Gerinnsel sehr groß ist oder der Kreislauf zusammenzubrechen droht.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer Lungenembolie müssen Sie in der Regel für mehrere Monate – manchmal auch länger – Medikamente einnehmen, um neue Gerinnsel zu verhindern. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Arzt sind wichtig, um die Therapie anzupassen.
Tipps für den Alltag
- Nehmen Sie Ihre Medikamente genau nach ärztlicher Anweisung ein – setzen Sie sie nicht eigenmächtig ab.
- Bewegen Sie sich regelmäßig, aber beginnen Sie erst mit Sport, wenn Ihr Arzt es erlaubt (meist nach einigen Wochen).
- Achten Sie auf Warnsignale wie plötzliche Atemnot, Brustschmerzen oder Schwellungen in den Beinen.
- Vermeiden Sie Rauchen – es erhöht das Risiko für neue Gerinnsel.
Ernährung und Bewegung
Eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, wenig Salz und ausreichend Flüssigkeit unterstützt die Genesung. Leichte Bewegung wie Spazierengehen ist in der Regel schon früh möglich. Fragen Sie Ihren Arzt, wann Sie mit anstrengenderem Sport beginnen dürfen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Lungenembolie kann Ängste auslösen – viele Menschen haben Angst vor einem Rückfall oder vor plötzlicher Atemnot. Diese Gefühle sind normal. Es kann helfen, mit einem Psychologen oder einer Selbsthilfegruppe zu sprechen. Auch Entspannungsübungen können die Angst lindern.
Vorbeugung
Nicht jede Lungenembolie lässt sich verhindern, aber Sie können Ihr Risiko senken: Bewegen Sie sich regelmäßig, vermeiden Sie langes Sitzen und achten Sie auf ein gesundes Körpergewicht. Nach Operationen erhalten viele Menschen vorbeugend gerinnungshemmende Medikamente.
Impfungen
keine Angabe
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein routinemäßiges Screening für die Allgemeinbevölkerung. Menschen mit erhöhtem Risiko (z. B. nach einer Operation) erhalten allerdings vorbeugende Medikamente und werden engmaschig überwacht.
Komplikationen
Unbehandelt
- Dauerhafte Schädigung der Lungenfunktion
- Chronische thromboembolische pulmonale Hypertonie (CTEPH) – ein dauerhafter Bluthochdruck in der Lunge, der das Herz belastet
- Herz-Kreislauf-Versagen
Langzeitprognose
Bei schneller Behandlung ist die Prognose heute sehr gut. Die meisten Menschen erholen sich vollständig und können ihr normales Leben wieder aufnehmen. Wichtig ist, die verordneten Medikamente zu nehmen und die Nachsorgetermine einzuhalten. Schwere Komplikationen sind bei rechtzeitiger Behandlung selten.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
- Lungeninformationsdienst (Helmholtz Zentrum München) ↗ · Deutschland
- Patientenleitlinie Lungenembolie der AWMF ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.