Wiederholte Fehlgeburten: Ursachen, Hilfe und Hoffnung
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Wiederholte Fehlgeburten (auch habituelle Aborte genannt) liegen vor, wenn eine Frau drei oder mehr Schwangerschaften vor der 20. Woche verliert. Es handelt sich um ein medizinisches Problem, das viele Ursachen haben kann.
Wichtige Fakten
- Drei oder mehr aufeinanderfolgende Fehlgeburten gelten als wiederholt.
- Die meisten Paare, die eine Abklärung erhalten, finden eine behandelbare Ursache.
- Auch nach wiederholten Fehlgeburten haben viele Frauen eine gute Chance auf eine erfolgreiche Schwangerschaft.
Wiederholte Fehlgeburten sind nicht sehr häufig, aber sie betreffen etwa 1 bis 2 von 100 Paaren, die versuchen, ein Kind zu bekommen.
Sie betreffen Frauen im gebärfähigen Alter, besonders wenn die Mutter über 35 Jahre alt ist. Auch Männer können durch genetische Faktoren eine Rolle spielen.
Symptome
- Starke Blutungen, die eine Binde in weniger als einer Stunde durchnässen
- Starke Schmerzen im Unterleib, die nicht nachlassen
- Fieber oder Schüttelfrost
- ⚠Leichte Blutungen oder Schmierblutungen in der Frühschwangerschaft
Häufige Symptome
- Blutungen oder Schmierblutungen aus der Scheide
- Krämpfe oder Schmerzen im Unterleib
- Nachlassen von Schwangerschaftsanzeichen wie Übelkeit oder Spannungsgefühl in der Brust
- Oft verläuft eine Fehlgeburt ohne Symptome und wird nur beim Ultraschall festgestellt
Ursachen
Hauptursachen
- Chromosomenanomalien des Embryos (häufigste Ursache)
- Gebärmutterfehlbildungen (z. B. Scheidewand oder Myome)
- Hormonstörungen (z. B. Gelbkörperschwäche)
- Gerinnungsstörungen (z. B. Antiphospholipid-Syndrom)
- Immunologische Faktoren
- Bestimmte Infektionen
- Unerkannte Stoffwechselerkrankungen der Mutter (z. B. Schilddrüsenprobleme)
Risikofaktoren
- Alter der Mutter über 35 Jahre
- Rauchen
- Übermäßiger Alkoholkonsum
- Starkes Über- oder Untergewicht
- Bestimmte Vorerkrankungen wie Diabetes oder Schilddrüsenerkrankungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei starken Blutungen oder starken Schmerzen in der Schwangerschaft sofort ärztliche Hilfe suchen (Notaufnahme oder Notruf 112).
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Nach zwei oder mehr Fehlgeburten sollten Sie einen Termin bei Ihrem Frauenarzt oder in einer Spezialsprechstunde für wiederholte Fehlgeburten vereinbaren.
Diagnose
Die Diagnose wird gestellt, wenn drei oder mehr Fehlgeburten dokumentiert sind. Der Arzt wird eine ausführliche Befragung (Anamnese) durchführen und verschiedene Untersuchungen anordnen.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchungen (Chromosomenanalyse bei beiden Partnern, Hormonstatus, Gerinnungstests)
- Ultraschall der Gebärmutter
- Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) bei Verdacht auf Fehlbildungen
- Gewebeuntersuchung des abgegangenen Gewebes nach einer Fehlgeburt
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Abklärung kann einige Wochen dauern. Viele Paare erhalten eine erklärende Ursache und können dann eine gezielte Behandlung oder Beratung bekommen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der gefundenen Ursache. In vielen Fällen können einfache Maßnahmen oder Therapien helfen, die nächste Schwangerschaft zu erhalten.
Selbsthilfe zu Hause
- Gesunde, ausgewogene Ernährung
- Verzicht auf Alkohol und Nikotin
- Stressreduktion, z. B. durch Entspannungstechniken
- Einnahme von Folsäure (400–800 µg täglich) vor und in der Frühschwangerschaft
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache können Hormontherapien, gerinnungshemmende Medikamente oder operative Eingriffe an der Gebärmutter in Frage kommen. Die Behandlung wird immer individuell mit dem Arzt besprochen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Bei bestimmten Gebärmutterfehlbildungen (z. B. einer Scheidewand) oder Myomen kann ein operativer Eingriff sinnvoll sein, um die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Schwangerschaft zu erhöhen.
Leben mit der Erkrankung
Wiederholte Fehlgeburten sind emotional sehr belastend. Nehmen Sie sich Zeit für die Verarbeitung und setzen Sie sich nicht unter Druck. Jedes Paar hat sein eigenes Tempo.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung, z. B. Spaziergänge oder leichtes Yoga
- Ausreichend Schlaf und Erholung
- Stressmanagement, z. B. durch Achtsamkeit oder Gespräche
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten wird empfohlen. Moderate Bewegung ist in der Regel unbedenklich und kann das Wohlbefinden fördern.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die psychische Belastung ist oft groß. Trauer, Angst und Schuldgefühle sind normal. Scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe zu suchen, z. B. bei einem Psychotherapeuten oder einer psychosozialen Beratungsstelle.
Vorbeugung
Nicht immer, aber durch die Behandlung der zugrundeliegenden Ursache kann das Risiko für weitere Fehlgeburten oft gesenkt werden.
Impfungen
Bestimmte Impfungen wie die gegen Röteln sollten vor einer geplanten Schwangerschaft aufgefrischt sein.
Früherkennungsprogramme
Eine genetische Beratung kann sinnvoll sein, wenn chromosomale Ursachen vermutet werden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ohne Behandlung kann das Risiko für weitere Fehlgeburten bestehen bleiben.
- In seltenen Fällen können Grunderkrankungen wie Gerinnungsstörungen auch die Gesundheit der Mutter gefährden (z. B. Thrombosen).
Langzeitprognose
Die Aussichten sind oft gut. Viele Paare finden nach Abklärung und Behandlung eine Ursache und können eine erfolgreiche Schwangerschaft erreichen. Auch nach mehreren Fehlgeburten ist eine Lebendgeburt möglich – bleiben Sie zuversichtlich und holen Sie sich die Unterstützung, die Sie brauchen.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.