SIBO overview
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
SIBO (Small Intestinal Bacterial Overgrowth) ist eine Erkrankung, bei der sich im Dünndarm zu viele Bakterien ansammeln. Normalerweise leben die meisten Darmbakterien im Dickdarm. Wenn sie sich im Dünndarm vermehren, können sie Verdauungsprobleme verursachen, weil sie die Nahrung vorzeitig zersetzen und Gase bilden.
Wichtige Fakten
- SIBO ist keine ansteckende Krankheit.
- Die Bakterien im Dünndarm stören die normale Verdauung und Nährstoffaufnahme.
- Die Behandlung zielt darauf ab, die Bakterienzahl zu reduzieren und die Ursache zu beheben.
SIBO kommt recht häufig vor, besonders bei Menschen mit bestimmten Grunderkrankungen wie Reizdarmsyndrom, Morbus Crohn oder nach Magen-Darm-Operationen.
Menschen jeden Alters können SIBO bekommen, häufiger jedoch Erwachsene mit Verdauungsstörungen oder geschwächter Darmbewegung. Auch ältere Menschen sind öfter betroffen.
Symptome
- Sehr starke, plötzlich auftretende Bauchschmerzen
- Blut im Stuhl oder Erbrechen von Blut
- Anzeichen eines Darmverschlusses (starke Krämpfe, Erbrechen, kein Stuhlgang und keine Winde)
- ⚠Starke Übelkeit und Erbrechen, sodass Sie nichts bei sich behalten können
- ⚠Fieber über 38,5 °C zusammen mit Bauchschmerzen
- ⚠Dehydrierung (trockener Mund, kaum Urin, Schwindel)
Häufige Symptome
- Blähungen und Völlegefühl nach dem Essen
- Bauchschmerzen oder Krämpfe
- Durchfall oder manchmal Verstopfung
- Übelkeit
- Müdigkeit und Erschöpfung
Symptome bei Kindern
- Wachstumsverzögerung (Kind wächst langsamer als erwartet)
- Gewichtsverlust oder schlechte Gewichtszunahme
- Bauchschmerzen und Blähungen
- Übelkeit und Erbrechen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ungewollter Gewichtsverlust
- Vitaminmangel (z. B. Vitamin B12-Mangel mit Taubheitsgefühl in Händen oder Füßen)
- Chronischer Durchfall
- Gesteigerte Müdigkeit und Schwäche
Ursachen
Hauptursachen
- Gestörte Darmbewegung (Peristaltik): Der Dünndarm transportiert Nahrung und Bakterien nicht richtig weiter.
- Anomalien im Darm, z. B. Verwachsungen, Ausstülpungen oder Fisteln (ungewöhnliche Verbindungen zwischen Darmabschnitten).
- Zu wenig Magensäure: Magensäure tötet normalerweise viele Bakterien ab; wenn sie fehlt (z. B. durch bestimmte Medikamente), können mehr Bakterien in den Dünndarm gelangen.
Risikofaktoren
- Bestimmte Erkrankungen wie Reizdarmsyndrom, Morbus Crohn, Zöliakie, Diabetes mellitus (Typ 1 oder 2), Parkinsonsche Krankheit
- Operationen am Magen oder Darm (z. B. Magenbypass)
- Langfristige Einnahme von Säureblockern (Protonenpumpenhemmer) oder opiathaltigen Schmerzmitteln
- Hohes Lebensalter (über 70 Jahre)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie starke Bauchschmerzen haben, die nicht nachlassen.
- Wenn Sie Anzeichen einer Dehydrierung bemerken (wenig Urin, trockene Haut, Verwirrtheit).
- Wenn Sie Blut im Stuhl oder Erbrochenem sehen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie über mehrere Wochen Blähungen, Durchfall oder Bauchschmerzen haben.
- Wenn Sie ungewollt Gewicht verlieren.
- Wenn Sie trotz gesunder Ernährung ständig müde sind oder einen Vitaminmangel vermuten.
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel mit einem Atemtest gestellt, bei dem Sie eine Zuckerlösung trinken und anschließend über mehrere Stunden Atemproben abgeben. Daneben können auch Stuhl- und Bluttests hilfreich sein.
Mögliche Untersuchungen
- Atemtest mit Laktulose oder Glukose (misst die Wasserstoff- und Methanproduktion der Bakterien)
- Blutuntersuchung auf Vitaminmangel (z. B. Vitamin B12, Folsäure, Eisen)
- Stuhluntersuchung zum Ausschluss anderer Ursachen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Atemtest ist nicht schmerzhaft, aber zeitaufwändig (etwa 3 Stunden). Vor dem Test müssen Sie 12 Stunden nüchtern bleiben und auf bestimmte Nahrungsmittel verzichten. Ihr Arzt gibt Ihnen genaue Anweisungen.
Behandlung
Die Behandlung von SIBO zielt darauf ab, die übermäßigen Bakterien zu reduzieren und die zugrundeliegende Ursache zu behandeln. Oft ist eine Kombination aus Ernährungsumstellung, Medikamentenentherapie und Behandlung von Grunderkrankungen nötig.
Selbsthilfe zu Hause
- Essen Sie kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt, um den Darm zu entlasten.
- Meiden Sie Lebensmittel, die viele Kohlenhydrate enthalten, denn Bakterien ernähren sich von diesen (z. B. Zucker, Weizen, Hülsenfrüchte).
- Trinken Sie ausreichend Wasser – aber nicht während der Mahlzeiten, um die Verdauung nicht zu stören.
Medizinische Behandlungen
Ärzte setzen bestimmte Antibiotika ein, die hauptsächlich im Darm wirken und die Bakterienzahl senken. Diese werden meist über ein bis zwei Wochen eingenommen. Zusätzlich können Medikamente gegen die gestörte Darmbewegung oder zur Linderung der Symptome verordnet werden. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten, welche Therapie für Sie geeignet ist. Die Behandlung wird an die individuelle Ursache angepasst.
Wann kommt eine Operation infrage?
Nur selten ist eine Operation nötig, z. B. wenn körperliche Engstellen oder Fisteln den Darm verstopfen. Ihr Arzt wird dies mit Ihnen besprechen.
Leben mit der Erkrankung
Leben mit SIBO erfordert oft eine angepasste Ernährung und regelmäßige ärztliche Kontrollen. Viele Menschen können ihre Beschwerden gut in den Griff bekommen, indem sie auf ihre persönlichen Auslöser achten.
Tipps für den Alltag
- Führen Sie ein Ernährungstagebuch, um herauszufinden, welche Speisen Ihnen Probleme bereiten.
- Bewegen Sie sich regelmäßig – leichte Bewegung wie Spaziergänge unterstützt die Darmbewegung.
- Reduzieren Sie Stress, zum Beispiel durch Entspannungsübungen oder Yoga.
Ernährung und Bewegung
Eine Ernährung mit wenig fermentierbaren Kohlenhydraten (sogenannte FODMAP-arme Kost) kann helfen. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt oder einer Ernährungsfachkraft, welche Lebensmittel für Sie geeignet sind. Leichte Bewegung nach dem Essen fördert die Darmtätigkeit.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronische Verdauungsbeschwerden können belastend sein und zu Angst oder Niedergeschlagenheit führen. Es ist wichtig, auch Ihr seelisches Wohlbefinden im Blick zu behalten. Suchen Sie sich bei Bedarf Unterstützung – zum Beispiel bei einer psychologischen Beratungsstelle.
Vorbeugung
Es gibt keine sichere Methode, SIBO vorzubeugen. Wer eine Grunderkrankung hat, die das Risiko erhöht, kann durch eine gute Behandlung dieser Erkrankung möglicherweise das Auftreten von SIBO verzögern oder verhindern.
Komplikationen
Unbehandelt
- Mangel an Vitaminen und Nährstoffen (z. B. Vitamin B12, Eisen, Calcium) mit langfristigen Folgen
- Gewichtsverlust und Muskelschwäche
- Störung des Elektrolythaushalts
- Verschlechterung der zugrundeliegenden Darmkrankheit
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung ist SIBO oft gut in den Griff zu bekommen. Die Beschwerden können sich innerhalb weniger Wochen bessern. Bei manchen Menschen kehrt die Störung jedoch zurück – dann ist eine erneute Behandlung nötig. Eine enge Zusammenarbeit mit Ihrem Arzt und eine angepasste Lebensweise verbessern die Aussichten deutlich.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 26. Juli 2026
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