Reisedurchfall
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Reisedurchfall ist eine plötzlich auftretende, meist harmlose Durchfallerkrankung, die häufig bei Menschen auf Reisen in wärmere oder ärmere Länder vorkommt. Sie wird durch Bakterien, Viren oder Parasiten verursacht – oft durch verunreinigtes Essen oder Wasser.
Wichtige Fakten
- Reisedurchfall ist meist selbstlimitierend und klingt in 1–2 Tagen von selbst ab.
- Die häufigste Ursache sind Bakterien wie Escherichia coli, seltener Viren oder Parasiten.
- Die wichtigste Maßnahme bei Reisedurchfall ist, genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, um eine Austrocknung zu vermeiden.
Ja, Reisedurchfall ist eine der häufigsten Gesundheitsstörungen auf Reisen. Schätzungsweise 30–70 % der Reisenden in Risikogebiete sind betroffen.
Reisedurchfall kann jeden treffen, der in Länder mit geringeren Hygienestandards reist. Besonders gefährdet sind junge Erwachsene, Rucksacktouristen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
Symptome
- Blut im Stuhl (schwarz oder rot)
- Hohes Fieber über 39 °C
- Starke Bauchschmerzen, die nicht nachlassen
- Anzeichen von Austrocknung: sehr trockener Mund, wenig oder kein Urin über 8 Stunden, extreme Müdigkeit
- ⚠Durchfall, der länger als 3 Tage anhält
- ⚠Fieber über 38,5 °C
- ⚠Erbrechen, sodass nichts mehr im Körper bleibt
- ⚠Blut oder Schleim im Stuhl
Häufige Symptome
- Plötzlicher, wässriger Stuhlgang (3–4-mal oder öfter pro Tag)
- Bauchkrämpfe
- Übelkeit und Erbrechen
- Gefühl von Aufgeblähtsein
Symptome bei Kindern
- Häufig auch Fieber
- Erbrechen stärker ausgeprägt
- Schnelle Austrocknung möglich
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Höheres Risiko für Austrocknung und Kreislaufprobleme
- Symptome können länger anhalten
Ursachen
Hauptursachen
- Bakterien, am häufigsten enterotoxische Escherichia coli (ETEC)
- Viren (Noroviren, Rotaviren)
- Parasiten (Giardia lamblia, Cryptosporidien)
Risikofaktoren
- Reisen in Länder mit tropischem oder subtropischem Klima und geringen Hygienestandards
- Verzehr von rohem oder unzureichend gekochtem Essen
- Trinken von Leitungswasser oder Eiswürfeln
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Medikamente oder Erkrankungen)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Starke Symptome (siehe Notfallsymptome)
- Blut im Stuhl
- Hohes Fieber über 39 °C
- Anzeichen von schwerem Flüssigkeitsmangel
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn der Durchfall länger als 3 Tage anhält, auch ohne andere Symptome
- Wenn trotz ausreichender Trinkmenge die Symptome bestehen bleiben
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel anhand Ihrer Krankengeschichte und der Symptome gestellt. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin fragt nach Ihren Reisezielen, der Art des Durchfalls und möglichen Begleitbeschwerden.
Mögliche Untersuchungen
- Stuhlprobe, um Bakterien, Viren oder Parasiten nachzuweisen
- Bluttest, um Austrocknung oder Infektion zu beurteilen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Meist werden keine aufwändigen Tests benötigt. Falls eine Untersuchung nötig ist, wird Ihr Arzt oder Ihre Ärztin genau erklären, was als Nächstes passiert.
Behandlung
Die Behandlung zielt in erster Linie darauf ab, Flüssigkeitsverlust auszugleichen und den Körper zu unterstützen, sodass die Erkrankung von selbst ausheilt. Antibiotika sind nur in schweren Fällen nötig und werden von einem Arzt oder einer Ärztin verschrieben.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken: Wasser, klare Brühe oder spezielle Trinklösungen aus der Apotheke (oral rehydratation Lösung)
- Elektrolyte ausgleichen: Fertige Trinklösungen helfen, Salz und Zucker im Gleichgewicht zu halten
- Leichte Kost: Zwieback, Bananen, Reis oder trockenes Brot – fettarme und milde Nahrung
- Auf Milchprodukte, scharfe Speisen und schweres Essen verzichten
- Ruhen: Der Körper braucht Energie zur Heilung
Medizinische Behandlungen
Bei starkem Durchfall kann ein Arzt oder eine Ärztin ein Medikament gegen Durchfall verschreiben, das die Darmbewegung verlangsamt. In manchen Fällen – etwa bei bestimmten Bakterien oder Parasiten – kann eine gezielte Antibiotikabehandlung sinnvoll sein. Lassen Sie sich hierzu immer ärztlich beraten.
Wann kommt eine Operation infrage?
Nicht zutreffend
Leben mit der Erkrankung
Während einer Episode von Reisedurchfall ist es wichtig, sich zu schonen und den Flüssigkeitshaushalt im Griff zu behalten. Planen Sie Ruhepausen ein und halten Sie griffbereit Getränke und einfache Snacks.
Tipps für den Alltag
- Hygiene beachten: Hände gründlich mit Seife waschen – vor allem vor dem Essen und nach dem Toilettengang
- Nur abgepacktes oder aufgekochtes Wasser trinken
- Auf rohe Salate und Früchte, die man nicht selbst schälen kann, verzichten
Ernährung und Bewegung
Essen Sie leichte Kost und verzichten Sie auf schwere Mahlzeiten. Bewegung ist während der akuten Phase nicht empfehlenswert – Ruhe steht im Vordergrund.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Durchfallerkrankung kann belastend sein, insbesondere wenn sie den Urlaub oder die Dienstreise beeinträchtigt. Es ist normal, sich frustriert oder ängstlich zu fühlen. Erlauben Sie sich, Zeit für die Genesung zu nehmen.
Vorbeugung
Ja, das Risiko für Reisedurchfall kann deutlich gesenkt werden durch sorgfältige Auswahl von Speisen und Getränken sowie konsequente Handhygiene.
Impfungen
Es gibt Impfstoffe gegen bestimmte Durchfallerreger (etwa gegen Cholera oder Reisedurchfall durch ETEC). Ob eine Impfung sinnvoll ist, hängt vom Reiseziel und Ihrem Gesundheitszustand ab. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt in einer Reiseberatung.
Früherkennungsprogramme
Es sind keine regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen nötig. Wer eine Reise plant, kann jedoch eine Gesundheitsberatung in Anspruch nehmen, um individuelle Risiken zu besprechen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Austrocknung (Dehydratation) – besonders gefährlich für Kleinkinder und ältere Menschen
- Kreislaufprobleme durch Flüssigkeitsmangel
- Nierenfunktionsstörungen in seltenen Fällen
Langzeitprognose
Fast alle Menschen erholen sich ohne Langzeitfolgen innerhalb weniger Tage. Auch bei schwererem Verlauf ist die Prognose sehr gut, wenn rechtzeitig auf Flüssigkeit geachtet wird. Mit den richtigen Maßnahmen ist Reisedurchfall in den allermeisten Fällen gut beherrschbar.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
- Centrum für Reisemedizin (CRM) ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 29. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.
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