Whooping Cough (Pertussis)
Verwendete Quellen
Dieser Artikel ist ein originaler Inhalt zur Patientenaufklärung.
- WHO—Health topics A–Z(2024)
- NHS—Health A to Z(2024)
- CDC—Health topics(2024)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Keuchhusten (Pertussis) ist eine hochansteckende bakterielle Infektion der Atemwege, die starke Hustenanfälle verursacht. Die Krankheit kann alle Altersgruppen betreffen, ist aber für Säuglinge besonders gefährlich.
Wichtige Fakten
- Keuchhusten wird durch das Bakterium Bordetella pertussis ausgelöst und ist sehr ansteckend.
- Die Impfung ist der beste Schutz – sie wird für Säuglinge, Kinder, Jugendliche und Erwachsene empfohlen.
- Typisch sind wochenlange Hustenanfälle mit einem ‚Keuch‘-Geräusch beim Einatmen.
Keuchhusten kommt weltweit vor. In Deutschland gibt es immer wieder Ausbrüche, vor allem bei unzureichend geimpften Personen. Die Zahl der gemeldeten Fälle schwankt von Jahr zu Jahr.
Jeder kann Keuchhusten bekommen, am schwersten betroffen sind jedoch Säuglinge und Kleinkinder. Auch Erwachsene erkranken, oft mit milderen Symptomen, und können die Infektion dann unwissentlich auf Ungeimpfte übertragen.
Symptome
- Atemstillstand oder Atemaussetzer bei Säuglingen oder Kleinkindern
- Schwere Atemnot mit bläulicher Haut oder Lippen
- Bewusstlosigkeit oder Krampfanfälle
- Bei jedem Verdacht auf lebensbedrohliche Atemprobleme
- ⚠Sehr starke Hustenanfälle, die zum Erbrechen führen
- ⚠Fieber über 39 °C
- ⚠Starke Schwäche oder Teilnahmslosigkeit, besonders bei Säuglingen oder älteren Menschen
- ⚠Wenn der Husten länger als eine Woche anhält und nicht besser wird
Häufige Symptome
- Husten in heftigen Anfällen, besonders nachts
- Typisches ‚Keuch‘-Geräusch beim Einatmen nach einem Hustenanfall
- Erbrechen oder Würgen nach dem Husten
- Erschöpfung und Schlafstörungen durch die Hustenattacken
Symptome bei Kindern
- Bei Säuglingen: Atemaussetzer (Apnoe), die lebensbedrohlich sein können
- Bläuliche Haut oder Lippen (Zyanose) durch Sauerstoffmangel
- Schlappheit und Trinkschwierigkeiten
- Oft fehlt der typische Husten – die Babys wirken nur ‚blau‘ oder atmen nicht richtig
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Husten über mehrere Wochen, der sehr erschöpfend ist
- Weniger ausgeprägtes Keuchgeräusch
- Allgemeine Schwäche und nächtliche Hustenattacken
Ursachen
Hauptursachen
- Infektion mit dem Bakterium Bordetella pertussis
- Ansteckung durch Tröpfcheninfektion: beim Husten, Niesen oder Sprechen einer erkrankten Person
- Auch Menschen mit nur milden Symptomen (oft Erwachsene) können Keuchhusten übertragen
Risikofaktoren
- Nicht geimpft oder unvollständig geimpft sein
- Enger Kontakt zu einer erkrankten Person (z. B. in der Familie, in der Kita oder Schule)
- Ein geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Vorerkrankungen oder Medikamente)
- Säuglinge, die noch zu jung für die erste Impfung sind (erst ab dem 2. Lebensmonat geschützt)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Säuglinge mit Husten, Atemproblemen oder auffälligem Verhalten – sofort zum Arzt oder ins Krankenhaus
- Erwachsene mit anhaltendem schweren Husten, der nicht besser wird oder mit Atemnot einhergeht
- Jeder, der in engem Kontakt zu einem Säugling oder einer Risikoperson steht und Husten entwickelt
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei länger anhaltendem Husten (über eine Woche), um die Ursache abzuklären
- Wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören (Säuglinge, Schwangere, ältere Menschen, chronisch Kranke)
- Vor einer Impfung oder Auffrischung – Ihr Arzt berät Sie zum Impfschutz
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin stellt die Verdachtsdiagnose meist anhand der typischen Hustenanfälle und Ihrer Schilderung. Um die Diagnose zu bestätigen, wird ein Abstrich aus Nase oder Rachen (Nasen-Rachen-Abstrich) gemacht. Manchmal ist auch eine Blutuntersuchung nötig.
Mögliche Untersuchungen
- Nasen-Rachen-Abstrich: Mit einem Wattestäbchen wird Schleim aus dem hinteren Bereich von Nase oder Rachen entnommen, um das Bakterium per PCR-Test nachzuweisen.
- Blutuntersuchung: Antikörper gegen Bordetella pertussis können ebenfalls auf eine Infektion hinweisen – dieser Test ist vor allem in späteren Krankheitsstadien sinnvoll.
- In seltenen Fällen: Röntgen der Lunge, um andere Lungenkrankheiten auszuschließen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird Sie zu Ihren Symptomen, Ihrem Impfstatus und möglichen Kontaktpersonen befragen. Der Abstrich ist kurz etwas unangenehm, aber nicht schmerzhaft. Die Ergebnisse liegen meist nach einigen Tagen vor. Ihr Arzt bespricht dann mit Ihnen die weitere Behandlung und Maßnahmen zum Schutz Ihrer Mitmenschen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach dem Alter und dem Schweregrad der Erkrankung. Antibiotika können die Ansteckungsdauer verkürzen, wenn sie in der ersten Krankheitswoche gegeben werden. Der Husten selbst wird meist nur mit allgemeinen Maßnahmen gelindert. Bei schweren Verläufen (vor allem bei Säuglingen) ist eine Behandlung im Krankenhaus nötig.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel Ruhe und Schlaf – der Körper braucht Energie zur Bekämpfung der Infektion
- Ausreichend trinken, am besten Wasser oder ungesüßten Tee (nicht zu heiß oder zu kalt, um Hustenreiz zu vermeiden)
- Luftfeuchtigkeit erhöhen, z. B. mit einem Luftbefeuchter oder feuchten Tüchern – das lindert den Hustenreiz
- Essen Sie kleine, häufige Mahlzeiten, um Hustenanfälle nach dem Essen zu vermeiden
- Vermeiden Sie Rauch, Staub oder starke Gerüche – sie können Hustenanfälle auslösen
Medizinische Behandlungen
Antibiotika können von einem Arzt verschrieben werden, insbesondere bei frühzeitiger Diagnose oder bei Risikopatienten (Säuglinge, Schwangere, Menschen mit geschwächtem Immunsystem). Sie verkürzen die Zeit, in der man ansteckend ist, und können schwere Verläufe abmildern. Gegen den Husten selbst gibt es keine spezifischen Medikamente; Hustenlöser oder -unterdrücker haben keine ausreichende Wirkung und werden daher nicht empfohlen. Bei schwerer Atemnot wird im Krankenhaus Sauerstoff gegeben und die Atmung überwacht. Die Behandlung folgt den aktuellen AWMF-Leitlinien.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Keuchhusten nicht erforderlich.
Leben mit der Erkrankung
Keuchhusten kann mehrere Wochen bis Monate dauern. Planen Sie genügend Erholungszeit ein und vermeiden Sie anstrengende Tätigkeiten. Der Husten kann nachts besonders stark sein – legen Sie sich mit erhöhtem Oberkörper hin, das erleichtert das Atmen. Bleiben Sie zu Hause, bis Ihr Arzt bestätigt hat, dass Sie nicht mehr ansteckend sind (das ist in der Regel nach 5 Tagen Antibiotikabehandlung oder nach 3 Wochen ohne Behandlung der Fall).
Tipps für den Alltag
- Gönnen Sie sich ausreichend Ruhe – auch wenn Sie sich nach einem Hustenanfall erschöpft fühlen, ist das normal
- Vermeiden Sie Stress, so gut es geht, da Anspannung Hustenanfälle verschlimmern kann
- Informieren Sie enge Kontaktpersonen über die Ansteckungsgefahr – sie sollten bei Symptomen einen Arzt aufsuchen oder prophylaktisch behandelt werden
Ernährung und Bewegung
Essen Sie leichte, nicht zu scharfe Speisen in kleinen Portionen. Trinken Sie viel. Vermeiden Sie anstrengende Bewegung, bis der Husten vollständig abgeklungen ist – zu früh wieder aktiv zu werden, kann Rückfälle oder eine Verlängerung der Symptome begünstigen. Spaziergänge an der frischen Luft sind in der Erholungsphase in Ordnung, solange Sie sich nicht überanstrengen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Wochenlanger Husten kann sehr belastend sein. Viele Betroffene fühlen sich erschöpft, frustriert oder ängstlich, vor allem wenn die Hustenanfälle den Schlaf rauben. Es ist völlig normal, sich so zu fühlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, wenn die psychische Belastung zu groß wird. Manchmal hilft schon der Austausch mit anderen Betroffenen.
Vorbeugung
Ja, Keuchhusten kann durch Impfung sehr gut verhindert werden. Auch gute Händehygiene und das Meiden von engem Kontakt zu Erkrankten senken das Risiko. Bei bekanntem Kontakt zu einer erkrankten Person kann der Arzt eine vorbeugende Antibiotikabehandlung für bestimmte Risikogruppen empfehlen.
Impfungen
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Keuchhusten-Impfung für alle Säuglinge (ab dem 2. Lebensmonat), Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Eine Auffrischung wird im Erwachsenenalter einmalig empfohlen, vor allem für Personen, die engen Kontakt zu Säuglingen haben. Schwangere sollten die Impfung im letzten Schwangerschaftsdrittel erhalten, um ihr Neugeborenes zu schützen. Die Impfstoffe sind gut verträglich und wirksam. Weitere Informationen finden Sie in den AWMF-Leitlinien und auf den Seiten des Robert Koch-Instituts.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein systematisches Screening auf Keuchhusten. Bei Verdacht wird die Diagnose durch einen Arzt gestellt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Bei Säuglingen: Atemstillstand (Apnoe), Lungenentzündung, Krampfanfälle, Hirnschäden durch Sauerstoffmangel – das ist lebensbedrohlich.
- Bei Erwachsenen: Rippenbrüche oder Rippenfellentzündung durch starken Husten, Lungenentzündung, Ohrenentzündung, Gewichtsverlust und Erschöpfung.
- Unbehandelt kann Keuchhusten drei bis vier Wochen lang ansteckend bleiben – das Risiko für andere steigt.
Langzeitprognose
Die meisten Menschen erholen sich vollständig vom Keuchhusten, auch wenn die Hustenanfälle mehrere Wochen anhalten können. Bei rechtzeitiger Behandlung und guter Pflege sind schwere Komplikationen selten. Besonders bei Säuglingen ist eine frühzeitige ärztliche Betreuung entscheidend – dann ist die Prognose in der Regel gut. Mit der Impfung kann die Erkrankung meist vermieden werden. Auch wenn der Husten langwierig ist: Es besteht Hoffnung auf vollständige Genesung.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
- Robert Koch-Institut ↗ · Deutschland
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.