Fieber bei Erwachsenen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Fieber ist eine Erhöhung der Körpertemperatur über 38,0 °C. Es ist ein Zeichen dafür, dass Ihr Körper gegen eine Infektion oder eine andere Krankheit kämpft. Fieber selbst ist keine Krankheit, sondern ein Symptom.
Wichtige Fakten
- Die normale Körpertemperatur liegt zwischen 36,0 und 37,4 °C.
- Fieber ist eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers.
- Die meisten Fieberfälle sind harmlos und klingen von selbst ab.
Ja, Fieber ist sehr häufig. Jeder Erwachsene hat im Laufe seines Lebens mehrmals Fieber.
Fieber kann jeden Erwachsenen betreffen, unabhängig von Alter oder Gesundheitszustand. Es tritt häufiger bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder bei bestimmten Erkrankungen auf.
Symptome
- Schwere Kopfschmerzen mit Nackensteifigkeit
- Atemnot oder bläuliche Haut
- Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit
- Krampfanfälle (mehrere oder länger als 5 Minuten)
- Hohes Fieber über 40 °C, das nicht sinkt
- ⚠Fieber länger als 3 Tage ohne erkennbare Ursache
- ⚠Fieber mit starkem Durchfall oder Erbrechen
- ⚠Fieber nach einer Operation oder bei bekannten Herzerkrankungen
- ⚠Fieber mit Hautausschlag
Häufige Symptome
- Erhöhte Körpertemperatur (über 38,0 °C)
- Schüttelfrost und Kältegefühl
- Schwitzen
- Kopfschmerzen
- Muskelschmerzen und Gliederschmerzen
- Müdigkeit und Schwäche
- Appetitlosigkeit
Symptome bei Kindern
- Fieber bei Kindern verläuft oft höher als bei Erwachsenen.
- Kinder können auch reizbar oder unruhig sein.
- Manchmal können Fieberkrämpfe auftreten – das sind kurzzeitige Zuckungen, die meist harmlos sind. Trotzdem: Bei einem ersten Fieberkrampf sofort einen Arzt oder die Notaufnahme aufsuchen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen haben oft eine niedrigere Ausgangstemperatur – daher kann auch ein Anstieg auf 37,8 °C schon Fieber bedeuten.
- Verwirrtheit oder Desorientierung können die einzigen Anzeichen sein.
- Infektionen verlaufen bei älteren Erwachsenen oft ohne hohes Fieber.
Ursachen
Hauptursachen
- Infektionen: Viren (z. B. Grippe, Erkältung), Bakterien (z. B. Harnwegsinfekt, Lungenentzündung)
- Entzündliche Erkrankungen: wie Rheuma oder Morbus Crohn
- Hitzeschlag oder Überhitzung
- Medikamente: manche Arzneimittel können als Nebenwirkung Fieber auslösen
- Impfungen: eine normale Reaktion des Immunsystems
- Krebserkrankungen: in seltenen Fällen, z. B. Lymphome
Risikofaktoren
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Chemotherapie, HIV oder Immunsuppressiva)
- Chronische Erkrankungen (Diabetes, Nierenkrankheiten)
- Kürzliche Operationen oder Krankenhausaufenthalte
- Reisen in Länder mit bestimmten Infektionskrankheiten
- Alter (Kinder und ältere Menschen sind anfälliger)
- Kontakt zu kranken Menschen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn zusätzlich zu den Notfallsymptomen (siehe oben) Fieber auftritt
- Wenn Sie sich sehr krank fühlen oder starke Schmerzen haben
- Wenn Fieber länger als 3 Tage anhält
- Wenn Fieber immer wieder kommt und geht (wiederkehrend)
- Wenn Sie schwanger sind und Fieber haben
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie unsicher sind und das Fieber Sie beunruhigt
- Wenn Sie eine chronische Erkrankung haben und Fieber bekommen
Diagnose
Der Arzt misst Ihre Körpertemperatur und fragt nach Ihren Symptomen und Ihrer Krankengeschichte. Eine körperliche Untersuchung hilft, die Ursache einzugrenzen.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung: um Infektionen oder Entzündungen nachzuweisen
- Urinuntersuchung: bei Verdacht auf Harnwegsinfekt
- Röntgen-Brustkorb: bei Verdacht auf Lungenentzündung
- Abstriche (wie Rachenabstrich): bei bestimmten viralen oder bakteriellen Infektionen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird Sie nach Ihrem allgemeinen Befinden und eventuellen Reisen fragen. Sie sollten ihm alle Medikamente nennen, die Sie einnehmen. Eine genaue Diagnose hilft, die richtige Behandlung einzuleiten.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache des Fiebers. In den meisten Fällen reicht es aus, die Symptome zu lindern und dem Körper Zeit zur Erholung zu geben. Bei bakteriellen Infektionen können Antibiotika nötig sein, bei Viren helfen antivirale Mittel in bestimmten Fällen.
Selbsthilfe zu Hause
- Ruhen Sie sich aus und vermeiden Sie körperliche Anstrengung.
- Trinken Sie viel Flüssigkeit (Wasser, Kräutertee, Brühe) – etwa 2-3 Liter pro Tag.
- Tragen Sie leichte Kleidung und halten Sie die Raumtemperatur angenehm.
- Essen Sie leichte Kost, die Sie vertragen – z. B. Zwieback, Suppen.
- Kalte Wadenwickel oder feuchte Tücher auf der Stirn können die Temperatur senken (keine Alkoholwickel).
Medizinische Behandlungen
Bei starkem oder anhaltendem Fieber können fiebersenkende Mittel (Antipyretika) eingesetzt werden. Diese werden von Ihrem Arzt empfohlen – verwenden Sie keine rezeptfreien Medikamente ohne Rücksprache, wenn Sie unsicher sind. Bei Infektionen können Antibiotika oder antivirale Mittel verordnet werden, je nach Erreger. Die genaue Wahl trifft Ihr Arzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Fieber nur notwendig, wenn es durch einen chirurgisch behandelbaren Infektionsherd verursacht wird – z. B. Abszess, Blinddarmentzündung. In solchen Fällen entfernt der Chirurg die Infektionsquelle. Dies ist aber selten der Fall.
Leben mit der Erkrankung
Mit Fieber sollten Sie sich schonen und Bettruhe halten, bis die Temperatur wieder normal ist. Messen Sie Ihre Temperatur alle 4-6 Stunden, um den Verlauf zu beobachten. Bleiben Sie in Kontakt mit Ihrem Arzt, falls die Symptome sich verschlimmern.
Tipps für den Alltag
- Vermeiden Sie Sport und schwere körperliche Arbeit bis zur vollständigen Genesung.
- Waschen Sie regelmäßig Ihre Hände, um eine Ansteckung anderer zu vermeiden.
- Lüften Sie den Raum gut, aber vermeiden Sie Zugluft.
Ernährung und Bewegung
Trinken Sie ausreichend, essen Sie leicht verdauliche Kost. Nach dem Fieber können Sie langsam wieder mit leichter Bewegung beginnen, sobald Sie sich kräftig genug fühlen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Fieber kann ängstlich machen, besonders wenn es hoch ist oder lange anhält. Denken Sie daran: Die meisten Fieber sind harmlos. Wenn Sie sich Sorgen machen, sprechen Sie mit einem Arzt oder einer vertrauten Person. Achten Sie auf Anzeichen von Erschöpfung oder Niedergeschlagenheit – auch die seelische Gesundheit braucht Erholung.
Vorbeugung
Nicht immer, aber Sie können das Risiko senken: Stärken Sie Ihr Immunsystem durch gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf und Bewegung. Vermeiden Sie engen Kontakt zu kranken Menschen und waschen Sie regelmäßig die Hände.
Impfungen
Ja, Impfungen schützen vor bestimmten Infektionen, die Fieber auslösen können – zum Beispiel gegen Grippe (Influenza), Pneumokokken (Lungenentzündung) oder Meningokokken. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten, welche Impfungen für Sie empfohlen werden (siehe auch die Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission – STIKO).
Früherkennungsprogramme
Bei manchen Erkrankungen können regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen helfen, Infektionen früh zu erkennen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihren persönlichen Bedarf.
Komplikationen
Unbehandelt
- Austrocknung (Dehydrierung) durch Flüssigkeitsmangel
- Fieberkrämpfe (selten bei Erwachsenen, häufiger bei Kindern)
- Verschlechterung einer zugrunde liegenden Infektion (z. B. Lungenentzündung, Blutvergiftung/Sepsis)
- Herz-Kreislauf-Belastung bei älteren Menschen oder Vorerkrankungen
Langzeitprognose
Die allermeisten Fieberfälle verlaufen ohne Komplikationen und klingen nach einigen Tagen ab. Auch ernstere Ursachen sind heutzutage gut behandelbar. Wenn Sie auf Ihren Körper hören und frühzeitig ärztlichen Rat einholen, ist die Prognose in der Regel sehr gut.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 29. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.
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